Sonderausstellung „Monster und Geister. Vom Mittelalter bis heute“

Städtisches Museum, 30. März – 15. Dezember 2018

Poltergeister, Werwölfe und Mischwesen – all diese Kreaturen sind keine Erfindungen der modernen Unterhaltungsindustrie. Bis zur Aufklärung im 18. Jahrhundert glaubten die Menschen aller Bildungsschichten an die reale Existenz von Monstern und Geistern. Schon Martin Luther beschäftigte sich mit dem Phänomen der gefürchteten Poltergeister, die er als Teufelserscheinungen deutete. Und Luthers Zeitgenosse, der Humanist Sebastian Münster, beschrieb in seiner Weltchronik von 1550 das vermehrte Vorkommen von Werwölfen in unzivilisierten Regionen wie Lettland. Auch in Mitteleuropa wurden im 16. und 17. Jahrhundert hunderte Männer als vermeintliche Werwölfe grausam hingerichtet.

Ein „Schwanzmensch“ aus dem Jahr 1785. Foto: Michael Brunner / Städtisches Kulturamt Überlingen.

Mehr als 500 menschliche und animalische Monsterrassen wurden seit dem Mittelalter identifiziert. Unter den Geisterformen ragen die Totengespenster und Naturgeister als dominierende Gruppen heraus. Die Ausstellung in Überlingen präsentiert eine vielfältige Auswahl an Monstern, Gespenstern, Misch- und Geisterwesen vom Mittelalter bis heute. Rund 100 Gemälde, Skulpturen, Dokumente, Fotografien und magische Objekte aus zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen führen eindrucksvoll vor Augen, dass die Welt der unheimlichen Wesen die Gemüter seit dem Mittelalter bis heute immer wieder aufs Neue bewegt. Zu den Hauptleihgebern zählt die SOER Rusche Sammlung in Berlin/Oelde. Die Ausstellung präsentiert unter anderem aktuelle, noch unveröffentlichte Forschungsergebnisse und originale Objektfunde aus einem bauarchäologischen Forschungsprojekt des Jahres 2017.