Mehrheit des Gemeinderats hält am Standort für das Pflanzenhaus fest

Die Mehrheit des Gemeinderats hält am ursprünglich geplanten Standort des Pflanzenhauses in Ufernähe zwischen Therme und dem einstigen „Haus des Gastes“ fest. Die Fraktion LBU/Die Grünen hatte beantragt, mit der architektonischen Neuplanung des Pflanzenhauses auch seinen Standort und mögliche Alternativen neu zu bewerten und zu entscheiden, war damit aber in der jüngsten Sitzung gescheitert.

„Für die Verwaltung ist es wichtig, Klarheit zu haben, damit wir weitermachen können“, sagte OB Jan Zeitler zu Beginn der Diskussion. Er fühle sich an die bisherigen Beschlüsse des Gemeinderats gebunden. „Eine alternative Standortsuche ist für uns insoweit schwierig, weil wir ein Wettbewerbsergebnis und den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan haben, im Zuge dessen der Standort festgelegt wurde.“ Auch dürfe man den Zeithorizont nicht außer Acht lassen, damit das Pflanzenhaus für die wertvolle Kakteensammlung der Stadt bis zur Landesgartenschau 2020 fertig werde. Im städtischen Haushalt sind 1,3 Millionen Euro, verteilt auf drei Jahre, für dieses Projekt eingestellt. Einen an das Pflanzenhaus gebundenen Zuschuss in Höhe von 650 000 Euro erhält die Stadt aus dem Landesprogramm „Natur in Stadt und Land.“ Ohne diese Förderung, so der Oberbürgermeister, sei das Projekt ohnehin nicht zu stemmen.
 
Die Fraktion LBU/Die Grünen hatte einen Standort im Stadtgarten als mögliche Alternative vorgeschlagen. Dazu Rolf Geiger, Leiter des städtischen Amtes für Grünflächen, Umwelt und Forst: „ Wir haben uns in der Vergangenheit lange und intensiv innerhalb der Stadtverwaltung mit der Standortsuche befasst, haben zahlreiche Varianten gedanklich durchgespielt und sind zu keinem anderen Standort gekommen. Die Unterbringung des Pflanzenhauses im Stadtgarten würde inhaltlich zwar Sinn machen, allerdings wäre ein irreversibler Eingriff in den Stadtgarten aus unserer Sicht nicht zu verantworten. Unabhängig vom Grundriss wäre bei einer Mindestgrundfläche von 600 Quadratmetern für das Pflanzenhaus ein massiver Eingriff in die Topografie des Stadtgratens erforderlich. Und kleiner macht das Pflanzenhaus keinen Sinn, denn die Sammlung der mehr als 120 Jahre alten Kakteen muss ihrer Bedeutung entsprechend präsentiert werden. Und wir brauchen Entwicklungsmöglichkeiten, die Fläche ist eher knapp bemessen.“
 
Einen möglichen Standort im Rosengarten beurteilte Geiger ebenfalls kritisch. „Da könnten wir nur einen stufenartigen Bau realisieren und müssten kräftig in die Topografie eingreifen. Auch würde hier die Barrierefreiheit drastisch eingeschränkt. Es ist fraglich, ob die Denkmalbehörde hier zustimmen würde. Außerdem stünde nicht ausreichend Platz zur Verfügung, das Pflanzenhaus müsste deutlich kleiner ausfallen.“
 
Die Stadt Überlingen wird nun die Umsiedlung der Kakteengruppe in das Pflanzenhaus zwischen Therme und dem einstigen „Haus des Gastes“ weiterverfolgen und am Aufbau einer winterharten Kakteen-Kulisse am historischen Standort im Stadtgarten arbeiten. Gleichzeitig wird mit dem Architekturbüro Schaltraum aus Hamburg, das den architektonischen Wettbewerb gewonnen hatte, weiter intensiv an technischen Verbesserungen gearbeitet. „Ich möchte schon so nah wie möglich an das Wettbewerbsergebnis herankommen“, sagte OB Jan Zeitler abschließend.
 
Fragen zu Belüftung, Stauwärme, Zugluft, Lichtdurchlässigkeit und zur Vermeidung von Kondenswasser, aber auch zu den unterschiedlichen Temperaturanforderungen im Sommer und im Winter, zum Bewässerungssystem und der Notwendigkeit verschiedener Beleuchtungsarten sollen von den Planern rasch beantwortet werden. Dementsprechend wurde ein Anforderungsprofil erstellt, das in der Ausführungsplanung Berücksichtigung finden muss. Außerdem soll nun ein Botaniker als Sonderfachplaner zum Planerteam stoßen, der bei der Festlegung der Parameter für die Sukkulenten unterstützend tätig werde, sofern dies nicht von Seiten der Stadt Überlingen erfolgen kann.