Kindergarten-Bedarfsplan 2017/18

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 5. Juli den Kindergarten-Bedarfsplan 2017/18 als Grundlage für die Finanzierung der Kindertageseinrichtungen beschlossen.
In der Bedarfsplanung sind insgesamt 14 Krippen-, 30 Kindergarten- und fünf Hortgruppen in den sechs freien und fünf städtischen Kindertageseinrichtungen enthalten. Aufgrund der zurückgegangenen Kinderzahlen wird im Kindergarten Nesselwangen eine Gruppe reduziert.

Situation der Kleinkindbetreuung
In der Kleinkindbetreuung stehen 143 Plätze in den Kitas zur Verfügung und weitere 25 in der Tagespflege. Damit wird eine Versorgungsquote von 46 % ohne bzw. 54 % mit den Plätzen bei Tagesmüttern/-vätern erreicht.

Entwicklung der Kinderzahlen bis zum Jahr 2025
Die Bevölkerungsvorausrechnung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg prognostiziert Überlingen einen Anstieg der Kinder im Alter von einem bis unter drei Jahren von 317 im Jahr 2015 über 377 Kinder im Jahr 2020 auf 381 Kinder im Jahr 2025. Das ist ein Plus von 64 Kindern. In der Altersgruppe von drei bis unter sechs Jahren ist ein Zuwachs von 483 Kindern in 2015 über 566 Kindern in 2020 auf 599 Kinder in 2025 zu erwarten. Das sind 116 Kinder mehr. In der Summe hätten wir in Überlingen 133 Ein- bis Sechsjährige im Jahr 2020 und 180 im Jahr 2025 mehr als in 2015.

Um den zu erwartenden wachsenden Betreuungsbedarf decken zu können, werden in Überlingen voraussichtlich zusätzlich drei U3-(= Kleinkind-)Gruppen und vier Ü3-(= Kindergarten-)Gruppen mehr als aktuell benötigen. Der Goldbach-Haus e.V. plant weiterhin an seinem Standort in Goldbach eine Erweiterung um eine Kleinkindgruppe, so dass noch Flächen für zwei weitere Gruppen geschaffen werden müssten. Im Ü3-Bereich könnte eine Gruppe im Kindergarten Nesselwangen wieder eingerichtet werden, wobei hier noch bauliche Maßnahmen notwendig sind. Außerdem sind in manchen Einrichtungen im kommenden Kindergartenjahr noch einige Ü3-Plätze frei, so dass noch Flächen für voraussichtlich zwei zusätzliche Kindergartengruppen benötigt würden. Die zusätzlichen Gruppen sollen möglichst an bestehenden Standorten geschaffen werden. Entsprechend dem Subsidiaritätsprinzip hat die Stadtverwaltung die freien Träger gebeten, die Frage nach einer Erweiterung ihrer Kindertageseinrichtung zu erörtern.

Änderungswünsche
Der Waldorfkindergarten hat aufgrund der hohen Nachfrage kurzfristig den Wunsch geäußert, bereits zum Kindergartenjahr 2017/18 vorerst befristet eine Ü3-Gruppe eventuell als Waldgruppe und bei Bestätigung des Trends eine weitere Kindergartengruppe, das wäre die achte Ü3-Gruppe, einzurichten. Darüber hinaus wünscht er, eine oder zwei zusätzliche zu den bislang im Bedarfsplan berücksichtigten zwei Hortgruppen zu schaffen, die in einem Neubau realisiert werden sollen. Diese Änderungswünsche müssen noch näher erläutert und geprüft werden und wurden deshalb noch nicht im Kindergarten-Bedarfsplan 2017/18 berücksichtigt.

Weitere Themen
Die Evangelische Kirchengemeinde plant, bestehende Auflagen durch eine bauliche Erweiterung und Sanierung des Bonhoeffer-Hauses an seinem Standort zu erfüllen.
Das städtische Kinderhaus St. Angelus hat am 24. April 2017 seinen Kindergartenbetrieb in den sanierten und erweiterten Räumen des Familienzentrums Altstadt in der Krummebergstraße wieder aufgenommen. Zuvor war es für die Dauer von rund zwei Jahren in Containern an der Schlachthausstraße umgesiedelt.

Aktuell werden 20 Flüchtlingskinder in den städtischen und elf Flüchtlingskinder in den nichtstädtischen Kindergärten betreut. Die Stadt hat an die Träger und Leitungen appelliert, in jeder Ü3-Gruppe zwei Plätze für Flüchtlingskinder vorzusehen, zumal sie bis zum Jahresende weitere ca. 80 bis 90 Flüchtlinge in Anschlussunterkünften aufnehmen muss.