Schulentwicklungsplan wurde fortgeschrieben

Der Gemeinderat befasste sich in der Sitzung am 5. Juli mit der Weiterentwicklung der städtischen Schulen und beschloss die 3. Fortschreibung des Schulentwicklungsplans 2013 bis 2019 der Stadt Überlingen.

Entwicklung der Schüler- und Klassenzahlen
Im laufenden Schuljahr 2016/17 besuchen 2.497 Schülerinnen und Schüler die acht städtischen Schulen, das sind 71 mehr als im Vorjahr. Die Klassenzahl ist mit 111 gleich geblieben. Die Anmeldezahlen für die Klasse 1 bzw. Klasse 5 für das kommende Schuljahr 2017/18 werden auf einem ähnlichen Niveau bleiben.

Sicherung der Grundschule Lippertsreute-Deisendorf
36 Schülerinnen und Schüler besuchen die Grundschule Lippertsreute-Deisendorf in zwei jahrgangsgemischten Klassen 1/2 und 3/4. Bedingt durch die Erkrankung der Lehrerin der Klasse 3/4 werden die Dritt- und Viertklässler seit September 2016 in der Burgbergschule unterrichtet. Während das Staatliche Schulamt Markdorf nur die Möglichkeit sieht, die Lippertsreuter Schule zur Außenstelle der Burgbergschule zu machen oder die Teilort-Grundschule zu schließen, entschied der Gemeinderat, am Schulstandort Lippertsreute festzuhalten. Ab dem Schuljahr 2018/19 wird der Einzugsbereich der Grundschule Lippertsreute-Deisendorf um Bambergen erweitert. Bislang gehört dieser Teilort zum Einzugsbereich der Burgbergschule.


Zügigkeit im Schulcampus
Aufgrund des hohen Anteils an auswärtigen Schülerinnen und Schülern an der Realschule (aktuell 54,4 %) und am Gymnasium (44,7 %) wurde im Rahmen der Haushaltskonsolidierung die Frage aufgeworfen, ob die Raumplanung für die beiden Schulen im Schulcampus auf der Basis von insgesamt nur acht statt bisher neun Zügen, das heißt Klassen pro Klassenstufe, ausgerichtet werden soll.

Entsprechend der geltenden Rechtsprechung ist die Stadt Überlingen als Mittelzentrum nur verpflichtet, einen Anteil von 30 % auswärtiger Schülerinnen und Schüler in ihren Schulen aufzunehmen. Der Gemeinderat beschloss, hier weiterhin insgesamt neun Züge zu bilden, auch wenn die Wohnortgemeinden bislang nicht dazu verpflichtet werden können, sich an den Kosten der beiden Schulen zu beteiligen. Eine freiwillige Kostenbeteiligung haben sie abgelehnt.

Das Oberschulamt im Regierungspräsidium Tübingen hatte zur Frage der Zügigkeit mitgeteilt: „Aus unserer Sicht ergeben sich aus den vorgelegten Unterlagen keine Anhaltspunkte, die gegen die bisher langfristig angenommene Zügigkeit der beiden städtischen Schulen im Schulcampus Überlingen sprechen. Die Vorausrechnungen des Statistischen Landesamts bestätigen diese Annahme. Wir gehen daher weiterhin davon aus, dass die beiden Schulen insgesamt neun Züge bilden müssen.“

Zusätzlicher Raumbedarf der Wiestorschule
Die Grund- und Gemeinschaftsschule Wiestor hat nach Umwandlung von Fachräumen in Klassenzimmer oder Lernateliers ihre absolute Raumkapazitätsgrenze erreicht. Bereits bei der Entscheidung über den Antrag der Schule, zum Schuljahr 2013/14 eine Gemeinschaftsschule einzurichten, war bekannt, dass für eine zweizügige Gemeinschaftsschule die vorhandenen Schulräume nicht ausreichen werden. Auch an der Franz-Sales-Wocheler-Schule, einem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum, fehlen Räume für die Differenzierung des Unterrichts und die Beratung der Eltern. Aus diesem Grund hat der Gemeinderat nun die Verwaltung beauftragt, zeitnah mit der Planung und baulichen Umsetzung der an der Wiestorschule notwendigen Flächen (als kleine Campuslösung zusammen mit der Franz-Sales-Wocheler-Schule) zu beginnen und hierfür Mittel im Haushalt 2018 ff einzuplanen sowie Fördermittel beim Land Baden-Württemberg zu beantragen.

Medienentwicklung an den Schulen
Nach einer Ist-Aufnahme der Medienausstattung und der Entwicklung eines Soll-Konzepts für die Ausstattung mit Hard- und Software erarbeiten alle Schulen ihren schulspezifischen Medienentwicklungsplan. Darin legen sie dar, wie die bereit gestellten Medien im Unterricht eingesetzt und die Lehrerinnen und Lehrer fortgebildet werden. Parallel dazu wird die aktuelle Vernetzung der Schulgebäude erhoben und ein Soll-Konzept erstellt. Die Kultusministerkonferenz hat am 1. Juni 2017 die Eckpunkte einer Bund-Länder-Vereinbarung zur Unterstützung der Bildung in der digitalen Welt im Bereich der Schulen („DigitalPakt Schulen“) beschlossen. Der Bund stellt in den Jahren 2018 bis 2022 insgesamt fünf Milliarden Euro zur Verfügung, die an die Länder verteilt werden und mit denen insbesondere die Schulhausvernetzung, die WLAN-Ausleuchtung, standortgebundene Endgeräte sowie Server gefördert werden sollen.

Schulwegepläne
Die Abteilung Bildung, Jugend, Sport hat die Erstellung bzw. Erneuerung der Schulwegepläne durch die Schulen in Zusammenarbeit mit der Abteilung Öffentliche Ordnung in die Wege geleitet. Darin werden geeignete Schulwege dokumentiert. Sie dienen damit der Schulwegsicherung.