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Neuer Tourismus-Chef Jürgen Jankowiak über Perspektiven für die Destination Überlingen 22.02.2012 


Der Gemeinderat und die Gesellschafterversammlung wählten am 7. Februar Jürgen Jankowiak zum neuen Geschäftsführer. Jankowiak ist 33 Jahre alt und war bisher alleiniger Geschäftsführer der  Oberschwaben-Tourismus GmbH. Seine neue Stelle tritt Jankowiak am 1. Mai 2012 an.
 
Frage: Glückwunsch, Herr Jankowiak. Nennen Sie bitte drei Stichworte, mit denen Sie sich den Überlingern vorstellen möchten.
 
Jürgen Jankowiak: Erst einmal freue ich mich sehr, dass ich als Geschäftsführer der KuT die Möglichkeit bekomme den Tourismus in Überlingen weiter voranzubringen. Ich werde diese Tätigkeit mit viel Schwung und Überzeugung angehen. Ein paar private Fakten zu mir: Ich bin verheiratet und habe drei Kinder im Alter von 10 Monaten, 3 Jahren und 5 Jahren. Aufgewachsen bin ich in Immenstaad, so dass mir die Bodenseeregion sehr gut bekannt ist. In meiner Freizeit mache ich gerne Ausflüge mit meiner Familie und bin außerdem begeisterter Fußballer.
 
Frage: Sie haben an der Berufsakademie Ravensburg Betriebswirtschaftslehre Fachrichtung Tourismus/Kurorte- und Destinationsmanangement studiert. Erklären Sie uns bitte, was  Destinationsmanagement bedeutet?
 
Jürgen Jankowiak: Unter dem Begriff Destination versteht man ein touristisches Ziel, das kann ein Ort, eine Region, ein Hotel oder eine Freizeiteinrichtung sein. Beim Management geht es darum wie man den Tourismus am Besten organisiert, die Angebote bündelt und diese dann gemeinsam vermarktet. 
 
Frage: Welche Rolle spielt der Tourismus in Überlingen? Wie wichtig wäre für den Tourismus die Landesgartenschau 2020?
 
Jürgen Jankowiak: Der Tourismus spielt in Überlingen eine große Rolle, die Stadt zählt mit 650.000 Übernachtungen und geschätzten 1,4 Millionen Tagesgästen zu den bedeutendsten Tourismusstädten am Bodensee. Nach einer Studie, die vor einigen Jahren erstellt wurde, bestreiten über 2.000 Menschen in Überlingen ihren Lebensunterhalt aus dem Tourismus. Aber auch die Überlinger, die nicht direkt oder indirekt vom Tourismus leben, profitieren davon, denn die Stadt bietet dadurch ein sehr vielfältiges Freizeitangebot.
Für den Tourismus wäre es sehr wichtig, wenn Überlingen 2020 die erste Landesgartenschau am Bodensee ausrichten könnte. Neben den städtebaulichen und wirtschaftlichen Effekten der Gartenschau könnte sich die Stadt mit ihrem einzigartigen Angebot im Bereich Garten und Landschaft hiermit ein besonderes Profil am Bodensee geben.  
 
Frage: Für welche Zielgruppen möchten Sie die Stadt noch attraktiver machen? Wohin geht die Reise am Bodensee?
 
Jürgen Jankowiak: Ich sehe hier in erster Linie die gemeinsamen Themen im Vordergrund, mit denen Überlingen die Gäste ansprechen kann. Aus meinen bisherigen Kenntnissen würde ich hier die Angebote in den Bereichen „Gesundheitstourismus & Kur“, „Landschaft & Garten“, „Familienurlaub“ und „Tagungen & Veranstaltungen“ in den Vordergrund stellen. Damit ist Überlingen auch sehr gut aufgestellt, um sich in die geplante weitere Ausrichtung des gesamten internationalen Bodenseetourismus einzubringen.
 
Frage: Überlingen ist Slow City, isst gern bio und legt Wert auf Nachhaltigkeit. Sind das Alleinstellungsmerkmale und ist das ein Wettbewerbsvorteil?
 
Jürgen Jankowiak: Laut diversen Studien und Umfragen steigt die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit nicht nur im Tourismus. Immer mehr Menschen legen Wert z.B. auf eine klimafreundlichen Anreise oder eine regionale Küche im Urlaubshotel. Ich denke hier ist die cittaslow-Stadt Überlingen schon sehr gut aufgestellt. Entscheidend wird sein wie es gelingt diese Grundsätze noch stärker in das touristische Angebot einzubringen. Dann kann sich das für Überlingen zu einem echten Alleinstellungsmerkmal entwickeln.
 
Frage: Schauen wir kurz nach Vorarlberg, in die Schweiz und über den See. Welche Region rund um den See präsentiert sich besonders gut? Von welcher Destination könnten wir uns noch etwas abschauen?
 
Jürgen Jankowiak: Entscheidend ist, dass ein Tourismusort oder eine Tourismusregion eine gemeinsame Ausrichtung entwickelt und damit Rahmenbedingungen schafft, an denen sich die touristischen Partner orientieren können. Darin gelten die Tourismusorganisationen in der Schweiz, in Österreich und in Südtirol schon seit Langem als Vorreiter. Aber auch in Deutschland werden in letzter Zeit verstärkt solche Marken- und Strategieprozesse angegangen. Hier in der Region läuft dazu im Moment ein breit angelegtes Positionierungsprojekt für den internationalen Bodensee und im Allgäu wird in Zusammenarbeit mit den Tourismusorten ein Strategieprozess umgesetzt, um die Marke Allgäu mit gemeinsamen Leitprodukten nach vorne zu bringen.
 
Frage: Wer sind die wichtigsten Partner der Kur und Touristik GmbH hier in Überlingen?
 
Jürgen Jankowiak: Das sind zum einen die Gesellschafter und Gremien der KuT, zum anderen aber auch alle touristischen Anbieter. Der Tourismus kann nur funktionieren, wenn möglichst alle Partner an einem Strang ziehen und dadurch unseren Gästen ein positives Urlaubserlebnis in Überlingen bieten. Daher möchte ich gleich zu Beginn meiner Tätigkeit mit möglichst vielen touristischen Partnern in Überlingen ins Gespräch kommen, um einen genauen Eindruck des Angebots und der derzeitigen Gästestruktur zu erhalten.
 
Frage: Welche Rolle spielen das Web 2.0, der Internetauftritt, Online-Buchungen und Soziale Netzwerke für eine Tourismus-Stadt? Gibt es in Überlingen auf diesem Feld noch Luft nach oben?
 
Jürgen Jankowiak: Die Internetseite ist die Visitenkarte für die Stadt und muss den Interessenten neugierig auf Überlingen machen, damit er als Urlauber oder Tagesgast hierher kommt. Daher halte ich einen übersichtlichen, ansprechenden und modernen Internetauftritt für sehr wichtig. Zusammen mit einer gut funktionierenden Online-Buchbarkeit der Gastgeber ist dies dann auch ein entscheidender Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Tourismusorten. Daher muss es das Ziel sein der Website Überlingens ein komplett neues Gesicht zu geben – hier bringe ich meine vielfältigen Erfahrungen im Online-Bereich gerne mit ein. Nur wenn die Internetseite diese Voraussetzungen erfüllt, halte ich auch weitergehende Maßnahmen wie beispielsweise ein Facebook-Profil für sinnvoll.
 
Die Fragen stellte das Pressereferat
 
Jürgen Jankowiak