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Stadt verabschiedet Mann fürs Grün Thomas Vogler 04.04.2012 


In der vergangenen Woche hat die Stadt Überlingen nach fast 37 Jahren den Leiter der Abteilung Grünflächen, Umwelt und Forst in einer Feierstunde im Ratssaal in den Ruhestand verabschiedet. Gekommen waren rund 150 Gäste, unter ihnen viele Wegbegleiter wie Gemeinde- und Ortschaftsräte, Mitarbeiter und ehemalige Kollegen, Alt-Oberbürgermeister Reinhard Ebersbach, der Landtagsabgeordnete Martin Hahn, die Bürgermeister von Frickingen und Sipplingen, Joachim Böttinger und Anselm Neher, sowie Thomas Voglers Familie, unter ihnen auch Hermann Vogler, der frühere Ravensburger Oberbürgermeister.
 
Ein Berufsleben für Gärten und Grün
Oberbürgermeisterin Sabine Becker zeichnete noch einmal das Berufsleben Voglers nach, der in den 60-er Jahren in Überlingen eine Ausbildung als Gärtner gemacht hatte. 1974 setzte er den staatlich geprüften Techniker darauf. 1976 wählte ihn der Gemeinderat zum Leiter der Stadtgärtnerei. Damals war Vogler erst 27 Jahre alt. Im städtischen Archiv findet sich ein Brief an den damaligen Oberbürgermeister Ebersbach, in dem es heißt, dass schon nach zwei Jahren Voglers „Handschrift“ in der Stadt zu erkennen war. Vogler prägte mit Blumenmeeren und Grün aber nicht nur das Stadtbild: Seit 2002 war Vogler auch für Umwelt und Wald zuständig und leitete die neu geschaffene Abteilung Grünflächen, Umwelt und Forst. Oberbürgermeisterin Sabine Becker sagte, sie verbinde mit dem Namen Vogler – wie die meisten Überlinger - den Stadtgarten, die Stadtgräben, die Kakteensammlung aber auch die Planung und Pflege von Kinderspielplätzen, Kooperationen mit der Insel Mainau und Seminare für Gartenfreunde, Kreisverkehre, Wettbewerbe wie „Unser Dorf soll schöner werden“ und die Entente Florale 2005, bei der Überlingen erfolgreich war, oder auch das Rad- und Wanderwegenetz rund um Überlingen.
 
Weichen für LGS 2020 gestellt
Am Sonntagmorgen habe Thomas Vogler oft Spaziergänge durch die Stadt gemacht, um nach dem Rechten zu sehen. Sie habe den Abteilungsleiter in den vergangenen drei Jahren als „wohlüberlegt“ und „hochkompetente Führungskraft“ kennengelernt, sagte die Oberbürgermeisterin. Besonders schätze sie Voglers Gabe der Selbstironie. Weiter sagte die Oberbürgermeisterin, Vogler habe entscheidende Weichen für die Landesgartenschau 2020 gestellt. Im Namen der Stadt bedankte sie sich bei Vogler und dessen Ehefrau Hannelore mit dem Gutschein für eine Wanderausrüstung und einem Reisebuch sowie mit einer blühenden Staude für Voglers heimischen Garten.
 
Bürgermeister entdeckte mit Vogler die Stadt
Bürgermeister Ralf Brettin, der zweieinhalb Jahre mit Vogler zusammenarbeitete, sagte, er schätze das Wissen, die Erfahrung und das Engagement Voglers. Brettin erklärte: „Es ist sehr, sehr gut, wenn man so jemand wie Sie hat, wenn man in eine Stadt kommt.“ Er habe viele Orte durch Vogler kennengelernt. Brettin sagte, Voglers Meinung habe stets gezählt. Seine Anregungen seien kollegial und konstruktiv gewesen. Vogler spreche mit leiser Stimme und die anderen hörten ihm zu. „Weil Sie etwas zu sagen haben“, sagte Brettin. Überlingen sei ihm zu Dank verpflichtet. Brettin sagte, er wünsche sich noch viel gemeinsame Zeit mit Vogler im Verschönerungsverein.
 
Vogler dankt seinen Mitarbeitern
Thomas Vogler sagte, dass er zunächst leise gehen wollte, ohne viel Aufhebens. Dies hätten die Oberbürgermeisterin und der Bürgermeister aber nicht zugelassen. Im Leben gebe es Dinge, die man zelebrieren müsse. Vogler bedankte sich bei seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Mit ihrem Teamgeist hätten sie viel bewegen können. Vogler sagte seiner Abteilung danke für viele Jahre loyale Zusammenarbeit, in der die Mitarbeiter seine Ungeduld ertragen hätten. Er erinnerte an Meilensteine in der jüngeren Stadtgeschichte, die er miterlebte und die seine Abteilung mit begleitet hat: Er erwähnte die autofreie Hofstatt, die Parkanlage rund um den Kursaal, die Fußgängerzone Münsterstraße und die Bodensee-Therme. Die Zusammenarbeit mit der Stadtspitze und dem Gemeinderat sei von einem guten Miteinander geprägt gewesen. Vogler lobte, dass die Stadt Mittel bereit stellte, um Kleinode zu bewahren. Vogler erwähnte das Hexenhäusle und den Aussichtspavillon, öffentliche Parks und Gärten in Überlingen und Aktionen in den Teilorten. Gern arbeitete Vogler auch in der Lenkungsgruppe bei einem Projekts der Heinz-Sielmann-Stiftung mit, die sich beim Biotopverbund engagiert und einen neuen Weiher anlegt. Vogler lobte in seiner Rede ausdrücklich auch das Engagement von Bürgern, die bei vielen Projekten mit halfen. Oberbürgermeisterin Sabine Becker bedankt sich bei Thomas Vogler, der fast 37 Jahre für das Grün in der Stadt verantwortlich gewesen ist.
 
Gesten der Wertschätzung
Voglers Mitarbeiter von der Abteilung Grünflächen, Umwelt und Forst schenkten Vogler zum Abschied eine Ruhebank und einen Wanderwegweiser sowie einen Zeppelin-Flug. Im Namen des Gemeinderats bedankte sich Robert Dreher mit Karten für die Bregenzer Festspiele. Oberbürgermeisterin Sabine Becker sagte, stundenweise werde sich Vogler weiterhin bei der Stadt engagieren. Nachfolger Voglers in der Abteilung Grünflächen, Umwelt und Forst ist Roland Leitner, dem Vogler symbolisch seinen Spaten überreicht hat.
 
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