Neue Druckkammer fürs Helios Spital 16.04.2012
Voraussichtlich ab Mitte April steht verunglückten Tauchern die neue Druckkammer im Überlinger Helios Spital zur Verfügung. Sie ist die einzige am ganzen Bodensee. Am 21. April findet ein Tag der offenen Tür im Krankenhaus in Überlingen statt. Dann stellt der Badische Tauchsportverband e.V. der Öffentlichkeit auch die neue Druckkammer vor. Oberbürgermeisterin Sabine Becker hatte sich mit den Tauchern dafür eingesetzt, dass das Krankenhaus eine neue Druckkammer bekommen hat. Das sagte Stephan Siroky, Vizepräsident des Badischen Tauchsportverband (BTSV) e.V..
BTSV-Druckkammer in Überlingen
Die neue BTSV-Druckkammer ist im Helios Spital im Überlingen angekommen. Die Dekompressionskammer ist eine luftdichte Druckkammer zur kontrollierten Steigerung und Absenkung des Luftdrucks ((Re-)Kompression und Dekompression). In einer spektakulären Aktion ist die neue Kammer mit einem Schwerlastkran in das Gebäude gehievt worden. Neben der lokalen Presse war auch ein Fernseh-Team dabei. Ein kurzer Beitrag war im SWR-Fernsehen in der Landesschau zu sehen.
Kammer mit sechs Sitzplätzen
Stephan Siroky sagte, die alte Kammer im Keller des Überlinger Krankenhauses wurde fast 30 Jahre genutzt. Sie durfte aber nicht mehr weiter genutzt werden, da sie nicht mehr der Norm entspricht. Es fehlten wenige Zentimeter. Die Druckkammer sieht aus wie eine Röhre auf Kufen. Sie ist fünf Meter lang und hat einen Durchmesser von etwa 1,40 bis 1,50 Meter. Im Innern in der Hauptkammer befinden sich sechs Sitzplätze. Zwei Sitzplätze gibt es in einer Schleuse.
Viele Taucher verunglücken vor Überlingen
Der Überlinger See ist ein beliebtes Tauchrevier. Regelmäßig verunglücken Taucher vor Überlingen. Die Druckkammer kann Leben retten. Im Schnitt kommen jedes Jahr fünf Verunglückte in die Druckkammer im Überlinger Krankenhaus, so Stephan Siroky. Taucher, die nach einem Tauchgang zu schnell abbrechen, weisen bestimmte Symptome wie Hautjucken oder Gelenkschmerzen oder im schlimmeren Fall auch Symptome eine Querschnittslähmung auf, so Stephan Siroky. Im Blut haben sich Bläschen gebildet. „Je größer der Druck, desto mehr Gas im Blut“, sagt der Taucher. Es sei wie wenn man eine Sprudelflasche zu schnell öffne.
Taucher müssen so schnell wie möglich in Kammer
Wichtig ist die Dekompressionskammer zur Behandlung von Dekompressionsunfällen von Tauchern, die zu schnell aus der Tiefe an die Oberfläche aufgetaucht sind. Verunglückte Taucher müssen so schnell wie möglich in die Dekompressionskammer gebracht werden, wo sie unter erhöhtem Druck Luft bzw. bis 1,7 bar reinen Sauerstoff atmen. Während der Druck in der Dekompressionskammer langsam sinkt, baut sich der hohe Stickstoffgehalt im Blut langsam ab. Gelingt dies nicht, entwickelt sich mit großer Wahrscheinlichkeit eine Gasembolie, da der Stickstoff infolge des niedrigeren Umgebungsdruckes aus der Lösung im Blutplasma in die Gasphase übergeht. Die dabei entstehenden Bläschen können wichtige Arterien verstopfen und das dahinterliegende Gewebe dadurch zum Absterben bringen.
Taucher simulieren Tauchgänge
In der Überlinger Kammer finden zudem Seminare für Taucher statt, bei denen sie Tauchgänge auf 50 Meter Tiefe simulieren und einen Tiefenrausch in der Kammer erleben. Taucher reagierten individuell unterschiedlich, so Stephan Siroky. Die Reaktionsfähigkeit verschlechtere sich und es falle den Tauchern schwerer, sich zu konzentrieren. Diese Erfahrung machen Tauchsportler in der Kammer. Meistens helfe es bei einem Tauchgang schon fünf bis zehn Meter nach oben zu tauchen.
Unterstützung der Stadt
Die nächsten Druckkammern befinden sich laut Stephan Siroky in Freiburg und in Ulm im Bundeswehrkrankenhaus sowie in Genf in der Schweiz und in Graz in Österreich. Die neue Kammer kostete mit dem Einbau 240.000 Euro. Die Hälfte der Kosten trägt der Badische Sportbund, die andere der Tauchsportverband sowie andere Spender und Sponsoren. Das Helios Spital stellt den Raum zur Verfügung. Die Unterstützung der Stadt sei besonders in der Anfangsphase wichtig gewesen, so Stephan Siroky. Die Oberbürgermeisterin hatte auf die Notwendigkeit einer Druckkammer hingewiesen und die Taucher aktiv unterstützt.
Pressereferat
BTSV-Druckkammer in Überlingen
Die neue BTSV-Druckkammer ist im Helios Spital im Überlingen angekommen. Die Dekompressionskammer ist eine luftdichte Druckkammer zur kontrollierten Steigerung und Absenkung des Luftdrucks ((Re-)Kompression und Dekompression). In einer spektakulären Aktion ist die neue Kammer mit einem Schwerlastkran in das Gebäude gehievt worden. Neben der lokalen Presse war auch ein Fernseh-Team dabei. Ein kurzer Beitrag war im SWR-Fernsehen in der Landesschau zu sehen.
Kammer mit sechs Sitzplätzen
Stephan Siroky sagte, die alte Kammer im Keller des Überlinger Krankenhauses wurde fast 30 Jahre genutzt. Sie durfte aber nicht mehr weiter genutzt werden, da sie nicht mehr der Norm entspricht. Es fehlten wenige Zentimeter. Die Druckkammer sieht aus wie eine Röhre auf Kufen. Sie ist fünf Meter lang und hat einen Durchmesser von etwa 1,40 bis 1,50 Meter. Im Innern in der Hauptkammer befinden sich sechs Sitzplätze. Zwei Sitzplätze gibt es in einer Schleuse.
Viele Taucher verunglücken vor Überlingen
Der Überlinger See ist ein beliebtes Tauchrevier. Regelmäßig verunglücken Taucher vor Überlingen. Die Druckkammer kann Leben retten. Im Schnitt kommen jedes Jahr fünf Verunglückte in die Druckkammer im Überlinger Krankenhaus, so Stephan Siroky. Taucher, die nach einem Tauchgang zu schnell abbrechen, weisen bestimmte Symptome wie Hautjucken oder Gelenkschmerzen oder im schlimmeren Fall auch Symptome eine Querschnittslähmung auf, so Stephan Siroky. Im Blut haben sich Bläschen gebildet. „Je größer der Druck, desto mehr Gas im Blut“, sagt der Taucher. Es sei wie wenn man eine Sprudelflasche zu schnell öffne.
Taucher müssen so schnell wie möglich in Kammer
Wichtig ist die Dekompressionskammer zur Behandlung von Dekompressionsunfällen von Tauchern, die zu schnell aus der Tiefe an die Oberfläche aufgetaucht sind. Verunglückte Taucher müssen so schnell wie möglich in die Dekompressionskammer gebracht werden, wo sie unter erhöhtem Druck Luft bzw. bis 1,7 bar reinen Sauerstoff atmen. Während der Druck in der Dekompressionskammer langsam sinkt, baut sich der hohe Stickstoffgehalt im Blut langsam ab. Gelingt dies nicht, entwickelt sich mit großer Wahrscheinlichkeit eine Gasembolie, da der Stickstoff infolge des niedrigeren Umgebungsdruckes aus der Lösung im Blutplasma in die Gasphase übergeht. Die dabei entstehenden Bläschen können wichtige Arterien verstopfen und das dahinterliegende Gewebe dadurch zum Absterben bringen.
Taucher simulieren Tauchgänge
In der Überlinger Kammer finden zudem Seminare für Taucher statt, bei denen sie Tauchgänge auf 50 Meter Tiefe simulieren und einen Tiefenrausch in der Kammer erleben. Taucher reagierten individuell unterschiedlich, so Stephan Siroky. Die Reaktionsfähigkeit verschlechtere sich und es falle den Tauchern schwerer, sich zu konzentrieren. Diese Erfahrung machen Tauchsportler in der Kammer. Meistens helfe es bei einem Tauchgang schon fünf bis zehn Meter nach oben zu tauchen.
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