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Zukünftig neue Gruppenkonzepte im modernisierten Alten- und Pflegeheim St. Ulrich 16.04.2012 


Alte Menschen möchten in Altenpflegeheimen leben, die hell und lichtdurchflutet sind und die eine offene Atmosphäre haben. Davon ist Wolfgang Schaub, Betriebsleiter der Pflegeheime St. Franziskus und St. Ulrich, überzeugt. Das Altenheim St. Ulrich ist das größte in Überlingen und bietet mehr als hundert Plätze in drei Gebäudeteilen an. Nach dem Umbau des Ostgebäudes und des Mittelbaus, dem ehemaligen Überlinger Krankenhaus, werden im Westgebäude drei offene Aufenthaltsbereiche entstehen. Die Bewohner nutzen diese Räume später als Gruppenräume.
 
160 Plätze in Heimen des Spital- und Spendfonds
Die beide Altenpflegeheime St. Franziskus und St. Ulrich gehören dem Spital- und Spendfond Überlingen. Insgesamt gibt es aktuell 160 stationäre Pflegeplätze. Zusätzlich werden Kurzzeitpflegeplätze angeboten. Das kleinere, innenstadtnähere Altenpflegeheim St. Franziskus bietet auch Tagespflegeplätze an. Vor allem alte Menschen, die aus dem Quartier stammen, ziehen das St. Franziskus vor. Das etwas weiter vom Stadtzentrum entfernte St. Ulrich ist seit 1960 ein Pflegeheim. Maximal bietet es 116 Plätze. Im ehemaligen Wöchnerinnenheim könnten noch sechs weitere hochwertige Pflegeplätze hinzukommen. Die Bewohner leben entweder in Einzel- oder in Doppelzimmern. Fast alle Zimmer sind nach Süden hin ausgerichtet. Vom Garten aus ist der Blick auf den See frei. Über den Yachtclub schauen die Bewohner hinaus aufs Wasser und bis hinüber zur Mainau. Von den Balkonen des westlichen Gebäudes haben die Bewohner freie Sicht auf den Überlinger See und die Dächer der Stadt. Viele der heute Pflegebedürftigen waren in den 60-er Jahren in Eigentumswohnungen auf dem Burgberg gezogen. Den Seeblick möchten sie auch im Alter nicht missen, sagt Betriebleiter Wolfgang Schaub.
 
Eine Generation später ins Pflegeheim
Im Schnitt sind die Bewohner 87 Jahre alt. Viele kommen heute erst, wenn sie 90 Jahre alt sind. „Eine Generation später“, sagt Schaub. 100-Jährige sind keine Besonderheit mehr. Manche Bewohner sind noch mobil, andere körperlich eingeschränkt. Auffällig ist die Zunahme dementer Bewohner. Eine eigene Gruppe Dementer gibt es in dem Haus nicht. Ein Altenpflegeheim ist wegen der Ein- und Auszüge immer in Bewegung und die Bewohner mischen sich immer neu. Das Personal müsse flexibel darauf reagieren.
 
Eigenanteil pro Pflegeplatz 1.700 Euro
Das Altenpflegeheim St. Ulrich ist eine reine Pflegeeinrichtung nach SGB XI (Pflegversicherungsgesetz). Nur wenige Bewohner, die noch keine Pflegestufe haben, haben sich als Selbstzahler eingemietet. Die meisten haben wenigstens die Pflegestufe eins. Der Eigenanteil, den die Bewohner von ihren Renten oder aus ihrem Vermögen zahlen müssen, beträgt bei der Pflegestufe 1 monatlich rund 1.700 Euro. Reicht das Geld nicht, können die Bewohner Hilfe zum Heimaufenthalt in Anspruch nehmen. In Überlingen ist das bei 30 Prozent der Bewohner der Fall.
 
Westgebäude typischer 80-er Jahre Bau
Der Westbau stammt aus den 80-er Jahren. Während der Ost- und der Mittelbau bereits modernisiert sind und eine moderne, offene Atmosphäre haben, ist der Westbau als dritter Sanierungsabschnitt  an der Reihe. Dunkle, schmale Flure und naturfarbene, niedrige Holzdecken schaffen eine eher weniger großzügig wirkende, düstere Umgebung. Noch gibt es auch zu wenig Aufenthaltsbereiche.
 
Atmosphäre wird offener
Im Westbau werden drei Gruppenräume mit jeweils eigenen Küchenblöcken entstehen. Die Bewohner könnten dort essen, sich aufhalten und an gruppenspezifischen Angeboten teilnehmen. Ihre Zimmer haben sich die Bewohner im Westbau mit eigenen Möbeln eingerichtet. Die neuen Flure sollen breiter, offener und großzügiger wirken. Dafür werden alte Funktionsräume umgewandelt. „Jedes Zimmer hat sein eigenes Bad“, berichtet Schaub. Die meisten Bäder haben aber noch Duschtassen. Die Bäder werden jetzt saniert und alte Steigleitungen ersetzt. Da der Klebstoff zwischen den alten Fliesen Asbest enthält, ist die Sanierung aufwändiger geworden.
 
Trend geht zu Wohngruppenkonzepten
Insgesamt geht der Trend in Altenpflegeheimen weg von zentralen und hin zu dezentralen Konzepten. Heute realisieren die Pflegeheime Wohngruppenkonzepte. „Die Ansprüche haben sich gewandelt“, so der Betriebsleiter. Schaub sagt, als er im Altenpflegeheim angefangen habe, habe es noch einen zentralen Speisesaal gegeben. Das sei heute nicht mehr vorstellbar. Auch Einzelzimmer seien nicht immer ideal, so der Betriebsleiter. Er spricht stattdessen von „Wohnzimmergruppen“. Die neuen Aufenthaltsräume, die Teil des Wohngruppenkonzepts sind, sollen in 15 Monaten fertig sein.
 
Sanierung kostet Millionen Euro
Der Umbau des Altenpflegeheims St. Franziskus, der von 2003 bis 2005 dauerte, kostete 3,7 Millionen Euro. Einen Teil der Kosten, 1,9 Millionen Euro, bezahlten das Land und der Kreis. Wegen der Förderung ist das Haus 25 Jahre an ein Konzept gebunden. Solche Zuschüsse gebe es heute nicht mehr, sagt Schaub. Für die Sanierung des Westbaus veranschlagt Schaub 1,69 Millionen Euro, für die der Spital- und Spendfond Überlingen aufkommt.
 
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