Familienzentrum Altstadt mit Option Mehrgenerationenhaus 25.04.2012
Der Familientreff Kunkelhaus und der Kindergarten St. Angelus werden zu einem neuen Familienzentrum mitten in der Altstadt unter einem Dach vereinigt. Die Stadt plant ein modernes, barrierefreies Gebäude, das in Zukunft auch als Mehrgenerationenhaus genutzt werden könnte. In der vergangenen Woche hat der Überlinger Gemeinderat den Weg endgültig frei gemacht und dem Projekt in einer geänderten Planung und mit Baukosten von insgesamt rund 3,3 Millionen Euro zugestimmt.
Junge Familien im Ratssaal
Mehr als 50 junge Überlinger Mütter und Väter, einige mit ihren kleinen Kindern, waren in der vergangenen Woche vor der Abstimmung in den Überlinger Ratssaal gekommen. Die zweite Vorsitzende des Vereins Familientreff Kunkelhaus, Stefanie Gutemann, nutzte die Bürgerfragestunde in der öffentlichen Gemeinderatssitzung, um noch einmal an den Gemeinderat zu appellieren, den Plänen zuzustimmen. Stefanie Gutemann bat den Gemeinderat, mit großem Wohlwollen zu entscheiden. Das hat er dann auch getan und stimmte einstimmig für die Pläne. Die jungen Mütter und Väter bedankten sich mit Applaus bei den Mitgliedern des Gemeinderats.
Stadt musste handeln
Bereits 2010 hatte der Überlinger Gemeinderat den Grundsatzbeschluss gefasst. Der Kindergarten St. Angelus war marode und die Bausubstanz in höchstem Maße sanierungsbedürftig. Auch Hygienemängel beschäftigten die Stadt. Ähnlich schlecht ist auch der bauliche Zustand des Kunkelhauses. Die Fenster sind undicht, die Fensterläden lassen sich nicht mehr schließen. Ein Problem ist im Kunkelhaus zudem der Brandschutz. Um den Betrieb vorerst weiter zu ermöglichen, hatte die Stadt eine Fluchttreppe außen am Gebäude angebracht. Klar war, dass die Stadt in beiden Fällen nun aber langfristig tragende Lösungen angehen muss. Aus Sicht von Oberbürgermeisterin Sabine Becker und Fachbereichsleiter Raphael Wiedemer-Steidinger sprachen gleich mehrere Gründe dafür, den Kindergarten und das Kunkelhaus unter einem Dach zu vereinigen.
Entscheidung für die Innenstadt
Oberbürgermeisterin Sabine Becker sagte in der Gemeinderatssitzung, ein Familientreff sei für die Stadt Überlingen auch ein Standortfaktor. Die Unternehmen in der Stadt seien auf Fachkräfte angewiesen. Wenn junge Familien nach Überlingen ziehen, müsse ihnen die Stadt entsprechende Angebote machen. Bewusst habe sich die Stadtverwaltung für den Standort des Familientreffs in zentraler Lage und nicht auf der grünen Wiese entschieden. Der Familientreff sei mitten in der Stadt in der Nähe von Parkhäusern, mit dem ÖPNV erreichbar und die Innenstadt biete Einkaufsmöglichkeiten.
Jeden Monat 800 Besucher
Raphael Wiedemer-Steidinger sagte, im Kunkelhaus würden derzeit 66 Kleinkinder regelmäßig betreut. Er sprach von einem niederschwelligen Angebot. Jeden Monat besuchten 800 Menschen aus 229 Familien die Angebote im Kunkelhaus. Weiter erklärte er, für die Kinder, die im Kunkelhaus betreut würden, müsse die Stadt keine Betreuungsplätze schaffen und sie müsse deswegen weniger Fachkräfte einstellen.
Land bezahlt rund 1,7 Millionen Euro
Die Stadtverwaltung hat zwischenzeitlich viele Gespräche mit Beteiligten geführt und sich um Fördergeld bemüht. Der Denkmal- und der Brandschutz machten Veränderungen bei der Planung nötig. Die Stadt schätzt die Kosten für das Familienzentrum aktuell auf 3.287.000 Euro. Erfolgreich verlaufen sind die Gespräche mit dem Regierungspräsidium. Fest steht: Die Höhe des Zuschusses aus dem Topf Stadtsanierung beträgt jetzt 1.676 Millionen Euro. Im März erhielt die Stadt die Zusage, dass das Regierungspräsidium den bisherigen Zuschuss um 400.000 Euro erhöht. Nicht eingerechnet hat der Kämmerer bisher eine weitere halbe Million Euro aus dem Topf Ausgleichsstock, auf die die Stadt hofft. Eine Zusage gibt es hierfür aber nicht. Oberbürgermeisterin Sabine Becker bedankte sich in der Gemeinderatssitzung ausdrücklich beim Land für die Förderung des Projekts.
Geschichte des Kunkelhauses
Margit Rau und Chris Auriga gründeten zusammen mit anderen Eltern in den 80-er Jahren eine Initiativgruppe Kinder-Mütter-Väter. Zweimal pro Woche trafen sich etwa acht Erwachsene mit ihren Kindern zum Basteln, Spielen und Austausch von Erziehungsfragen in der alten Seeschule. Nach der Schließung der Seeschulen stellt die Stadt Überlingen 1988 den jungen Familien eine 2 1/2-Zimmer Wohnung in der Hafenstraße 13 im „Kunkelhaus“ zur Verfügung. Zum Angebot der Spielgruppen nachmittags kamen die Vormittagsbetreuung und die Tagespflegevermittlung hinzu, das Jugendamt unterstützte den Treff bei den Personalkosten. Am 1. März 1993 war es dann soweit: Die Eltern gründeten ihren Verein, der im Juni desselben Jahres unter dem Namen: Familientreff Kunkelhaus e.V. ins Vereinsregister eingetragen wurde. Die Räume wurden aber schnell zu klein. Die Stadt Überlingen stellt dem Verein 1994 dann das Haus in der Schlachthaustrasse 6 zur Verfügung, investierte aber nicht in die Bausubstanz des inzwischen 100 Jahre alten Hauses. Nun soll das Kunkelhaus zurück in die Stadt an den Standort des heutigen Kindergartens St. Angelus und mit dem Kindergarten unter ein Dach ziehen.
Modernes, barrierefreies Gebäude
Bürgermeister Ralf Brettin stellte in der Gemeinderatssitzung die Planung vor. Es gibt aktuell noch mehrere Varianten. Fest steht bereits die Flächenaufteilung: Der Kindergarten St. Angelus wird 854 Quadratmeter und der Familientreff Kunkelhaus 244 Quadratmeter nutzen. Teilen werden sich die beiden Einrichtungen eine Fläche von 260 Quadratmeter, darunter ein Bistro sowie einen Bewegungsraum im Erdgeschoss, die der Kindergarten und das Kunkelhaus gemeinsam nutzen. Ein Aufzug ist vorgesehen. Die Stadt plant so, dass auch eine andere Nutzung des Kindergartens in Frage kommen könnte. Sollte aufgrund des demografischen Wandels in Zukunft Bedarf an einem Mehrgenerationenhaus bestehen, hätte das Familienzentrum die baulichen Voraussetzungen. Auch Menschen mit Rollator oder Rollstuhl könnten es nutzen. Auf diese Option legt die Stadt bei der Planung großen Wert.
Pressereferat
Junge Familien im Ratssaal
Mehr als 50 junge Überlinger Mütter und Väter, einige mit ihren kleinen Kindern, waren in der vergangenen Woche vor der Abstimmung in den Überlinger Ratssaal gekommen. Die zweite Vorsitzende des Vereins Familientreff Kunkelhaus, Stefanie Gutemann, nutzte die Bürgerfragestunde in der öffentlichen Gemeinderatssitzung, um noch einmal an den Gemeinderat zu appellieren, den Plänen zuzustimmen. Stefanie Gutemann bat den Gemeinderat, mit großem Wohlwollen zu entscheiden. Das hat er dann auch getan und stimmte einstimmig für die Pläne. Die jungen Mütter und Väter bedankten sich mit Applaus bei den Mitgliedern des Gemeinderats.
Stadt musste handeln
Bereits 2010 hatte der Überlinger Gemeinderat den Grundsatzbeschluss gefasst. Der Kindergarten St. Angelus war marode und die Bausubstanz in höchstem Maße sanierungsbedürftig. Auch Hygienemängel beschäftigten die Stadt. Ähnlich schlecht ist auch der bauliche Zustand des Kunkelhauses. Die Fenster sind undicht, die Fensterläden lassen sich nicht mehr schließen. Ein Problem ist im Kunkelhaus zudem der Brandschutz. Um den Betrieb vorerst weiter zu ermöglichen, hatte die Stadt eine Fluchttreppe außen am Gebäude angebracht. Klar war, dass die Stadt in beiden Fällen nun aber langfristig tragende Lösungen angehen muss. Aus Sicht von Oberbürgermeisterin Sabine Becker und Fachbereichsleiter Raphael Wiedemer-Steidinger sprachen gleich mehrere Gründe dafür, den Kindergarten und das Kunkelhaus unter einem Dach zu vereinigen.
Entscheidung für die Innenstadt
Oberbürgermeisterin Sabine Becker sagte in der Gemeinderatssitzung, ein Familientreff sei für die Stadt Überlingen auch ein Standortfaktor. Die Unternehmen in der Stadt seien auf Fachkräfte angewiesen. Wenn junge Familien nach Überlingen ziehen, müsse ihnen die Stadt entsprechende Angebote machen. Bewusst habe sich die Stadtverwaltung für den Standort des Familientreffs in zentraler Lage und nicht auf der grünen Wiese entschieden. Der Familientreff sei mitten in der Stadt in der Nähe von Parkhäusern, mit dem ÖPNV erreichbar und die Innenstadt biete Einkaufsmöglichkeiten.
Jeden Monat 800 Besucher
Raphael Wiedemer-Steidinger sagte, im Kunkelhaus würden derzeit 66 Kleinkinder regelmäßig betreut. Er sprach von einem niederschwelligen Angebot. Jeden Monat besuchten 800 Menschen aus 229 Familien die Angebote im Kunkelhaus. Weiter erklärte er, für die Kinder, die im Kunkelhaus betreut würden, müsse die Stadt keine Betreuungsplätze schaffen und sie müsse deswegen weniger Fachkräfte einstellen.
Land bezahlt rund 1,7 Millionen Euro
Die Stadtverwaltung hat zwischenzeitlich viele Gespräche mit Beteiligten geführt und sich um Fördergeld bemüht. Der Denkmal- und der Brandschutz machten Veränderungen bei der Planung nötig. Die Stadt schätzt die Kosten für das Familienzentrum aktuell auf 3.287.000 Euro. Erfolgreich verlaufen sind die Gespräche mit dem Regierungspräsidium. Fest steht: Die Höhe des Zuschusses aus dem Topf Stadtsanierung beträgt jetzt 1.676 Millionen Euro. Im März erhielt die Stadt die Zusage, dass das Regierungspräsidium den bisherigen Zuschuss um 400.000 Euro erhöht. Nicht eingerechnet hat der Kämmerer bisher eine weitere halbe Million Euro aus dem Topf Ausgleichsstock, auf die die Stadt hofft. Eine Zusage gibt es hierfür aber nicht. Oberbürgermeisterin Sabine Becker bedankte sich in der Gemeinderatssitzung ausdrücklich beim Land für die Förderung des Projekts.
Geschichte des Kunkelhauses
Margit Rau und Chris Auriga gründeten zusammen mit anderen Eltern in den 80-er Jahren eine Initiativgruppe Kinder-Mütter-Väter. Zweimal pro Woche trafen sich etwa acht Erwachsene mit ihren Kindern zum Basteln, Spielen und Austausch von Erziehungsfragen in der alten Seeschule. Nach der Schließung der Seeschulen stellt die Stadt Überlingen 1988 den jungen Familien eine 2 1/2-Zimmer Wohnung in der Hafenstraße 13 im „Kunkelhaus“ zur Verfügung. Zum Angebot der Spielgruppen nachmittags kamen die Vormittagsbetreuung und die Tagespflegevermittlung hinzu, das Jugendamt unterstützte den Treff bei den Personalkosten. Am 1. März 1993 war es dann soweit: Die Eltern gründeten ihren Verein, der im Juni desselben Jahres unter dem Namen: Familientreff Kunkelhaus e.V. ins Vereinsregister eingetragen wurde. Die Räume wurden aber schnell zu klein. Die Stadt Überlingen stellt dem Verein 1994 dann das Haus in der Schlachthaustrasse 6 zur Verfügung, investierte aber nicht in die Bausubstanz des inzwischen 100 Jahre alten Hauses. Nun soll das Kunkelhaus zurück in die Stadt an den Standort des heutigen Kindergartens St. Angelus und mit dem Kindergarten unter ein Dach ziehen.
Modernes, barrierefreies Gebäude
Bürgermeister Ralf Brettin stellte in der Gemeinderatssitzung die Planung vor. Es gibt aktuell noch mehrere Varianten. Fest steht bereits die Flächenaufteilung: Der Kindergarten St. Angelus wird 854 Quadratmeter und der Familientreff Kunkelhaus 244 Quadratmeter nutzen. Teilen werden sich die beiden Einrichtungen eine Fläche von 260 Quadratmeter, darunter ein Bistro sowie einen Bewegungsraum im Erdgeschoss, die der Kindergarten und das Kunkelhaus gemeinsam nutzen. Ein Aufzug ist vorgesehen. Die Stadt plant so, dass auch eine andere Nutzung des Kindergartens in Frage kommen könnte. Sollte aufgrund des demografischen Wandels in Zukunft Bedarf an einem Mehrgenerationenhaus bestehen, hätte das Familienzentrum die baulichen Voraussetzungen. Auch Menschen mit Rollator oder Rollstuhl könnten es nutzen. Auf diese Option legt die Stadt bei der Planung großen Wert.
Pressereferat