Nesselwanger Bürger: Zu viele Raser, zu wenig ÖPNV 25.04.2012
Die Feuerwehr, die Kleinkindbetreuung, schnelles DSL, ein Gewässerpflegekonzept, der Zustand von Straßen und die bauliche Entwicklung von Nesselwangen waren die wichtigsten Themen, die den 40 Bürgerinnen und Bürger, die in der vergangenen Woche zum Teilortgespräch ins Dorfgemeinschaftshaus (DGH) nach Nesselwangen gekommen waren, unter den Nägeln brannten. Die Bürgerinnen und Bürger die Stadtverwaltung außerdem darauf hin, dass innerhalb der Ortschaft nach Meinung vieler Nesselwanger zu schnell gefahren werde und die Busanbindung nach Überlingen nicht ausreichend sei. Das Anrufsammeltaxi und Taxen seien aus Kostengründen für Auszubildende und Berufstätige keine Alternative zum Busverkehr.
Zweites Teilortgespräch
Das Bürgergespräch in Nesselwangen war nach dem in Bonndorf das zweite in einem Überlinger Teiort, zu dem Oberbürgermeisterin Sabine Becker eingeladen hatte. Die Stadt setzt die Reihe im am 8. Mai in Deisendorf und am 22. Mai in Hödingen fort. Die Stadtverwaltung war ins DGH gekommen, um von den Bürgern im direkten Gespräch zu erfahren, wo in Nesselwangen der Schuh drückt und um Frage zu beantworten. Neben Oberbürgermeisterin Sabine Becker und Bürgermeister Ralf Brettin informierten auch Fachbereichsleiter Raphael Wiedemer-Steidinger und Kämmerer Ludwig Sauter. Beim Bürgergespräch dabei waren außerdem Ortsvorsteher Herbert Gut sowie ein Stadtrat aus der ÜfA-Fraktion.
Neues Feuerwehrhaus ab 2015
Ein Thema, das die Nesselwanger bewegt, ist die Feuerwehr. Konkret geht es um den Ausrückbereich West, der eine neue zentrale Feuerwache erhält. Die Stadtverwaltung informierte darüber, dass sie für ein Grundstück im Außenbereich östlich von Nesselwangen zunächst einen vorhabenbezogener Bebauungsplan erstellen will. Das soll noch in diesem Jahr erfolgen. Die Stadt geht davon aus, dass das Feuerhaus 2015 in Betrieb gehen kann. Bürgermeister Ralf Brettin wies erneut auf die hohe Arbeitsbelastung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hin, die einzelne Projekte nur nacheinander abarbeiten könnten.
Junge Familien
Wie in der Gesamtstadt wird auch in Nesselwangen die Zahl der Kinder erst einmal nicht kleiner. Der Leiter des Fachbereichs 1 Raphael Wiedemer-Steidinger sagte, im Kindergarten gebe es drei Gruppen. In der U 3 Gruppe teilten sich zwölf Kinder zehn Plätze. Die beiden Regelgruppen seien voll belegt. Aufgrund von Hochrechnungen geht die Stadt davon aus, dass die Einwohnerzahl in Überlingen bis 2025 weiter steigt. Erst bis 2030 könnte sich die Bevölkerungszahl leicht verringern. Vor allem der Zuzug junger Familien spiele in Überlingen eine Rolle.
Eltern haben faktisch freie Schulwahl
Die Kinder aus Nesselwangen besuchen nach dem Kindergarten in der Regel die Grundschule in Hödingen, wo 70 Kinder in vier Klassen unterrichtet werden. Erneut wies Wiedemer-Steidinger auf die Möglichkeit der Befreiung vom Schulbezirk hin. Eltern müssten ihre Kinder heute nicht mehr zwingend in der nächstgelegenen Schule anmelden, wenn familiäre, berufliche oder pädagogische Interessen dagegen sprechen. Den Anträgen auf Befreiung von den Schulbezirken entspricht das Staatliche Schulamt Markdorf in der Regel. Dadurch sei es möglich, dass Nesselwanger Kinder auch die Wiestor Grundschule oder die Grundschulen in Sipplingen oder Ludwigshafen und umgekehrt Kinder aus der Kernstadt oder den anderen Ortsteilen auch die Hödinger Grundschule besuchen könnten. Wiedemer-Steidinger sieht die Befreiung von Schulbezirken positiv. Er sprach von einem „gesunden Wettbewerb“ der Schulen. Zur aktuellen Schulsituation sagte Wiedemer-Steidinger, dass die Wiestorschule vorerst Werkrealschule bleibe. Einen Antrag, Gemeinschaftsschule zu werden, habe die Ganztagsschule nicht gestellt. Die Realschule sei weiterhin sehr gut ausgelastet. Im Gymnasium gebe es bereits einen Mehrbedarf von 700 Quadratmetern Schulraumflächen.
Schnelles DSL kommt nicht schnell
Noch immer warten viele Nesselwanger auf einen schnellen DSL-Anschluss. Obwohl es Leerrohre und einen Zuschuss gibt, konnte die Stadt nicht einfach einen Betreiber mit dem DSL-Anschluss beauftragen. Eine Ausschreibung sei nötig gewesen. Zwei Interessenten, darunter die Deutsche Telekom, hätten sich gemeldet. Das sagte Bürgermeister Ralf Brettin. Noch gibt es eine Differenz zwischen der Höhe des Zuschusses und den tatsächlichen Kosten. Brettin sagte, da es im ländlichen Raum weniger Nutzer als in Städten gebe, sei das Interesse von Investoren, schnelle Datenautobahnen zu bauen, kleiner. Brettin ist aber zuversichtlich, dass es im Juli 2012 zu einem Vertragsabschluss kommt. Dann hätte die Telekom, die das aus Sicht der Stadt bessere Angebot abgegeben hat, zwölf Monate Zeit, den DSL-Anschluss zu realisieren. Brettin rechnet damit, dass die Telekom erst Mitte 2013 Nesselwangen und andere Teilorte an die Datenautobahn anschließt.
Ärger über Straßensperrungen
Beklagt haben sich einige Nesselwanger außerdem darüber, dass das Gewässerpflegekonzept nicht voran komme. Als schlecht beschrieben haben die Bürger auch den Zustand von Gemeindeverbindungswegen. Wer zu Höfen und Weilern wolle, fahre über holprige Straßen. Verärgert zeigten sich viele Nesselwanger auch über die (winterliche) Sperrung der Verbindungsstraße nach Billafingen. Eine so lange Sperrung sei unnötig. Während der Straßenbauarbeiten und der Sperrung der Kreisstraße nach Überlingen sei Nesselwangen mehr oder weniger abgehängt gewesen. Vor allem die lange Bauzeit stieß auf Unverständnis. In der vergangenen Woche kam dann auch noch die Teilsperrung der B31-neu hinzu. Die Stadt war in diesem Fall aber die falsche Ansprechpartnerin: Zuständig waren der Bodenseekreis und das Regierungspräsidium Tübingen. Oberbürgermeisterin Sabine Becker bedauerte, dass es zur gleichzeitigen Sperrung kam. In diesem Punkt war sie ganz nah bei den Nesselwangern. Angemahnt haben Bürger auch, dass der Radweg durchs Nesselwanger Tal noch nicht gebaut worden ist. Oberbürgermeisterin Sabine Becker sagte, dass es im Bodenseekreis ein Radwegekonzept gebe. 38 Projekte seien aufgelistet. Der Radweg stehe auf Platz sieben. Die Kosten liegen bei 785.000 Euro. Genauso wie beim Straßenbau fehlt auch für den Radwegebau das Geld.
Neue Bauplätze in Nesselwangen
Fest steht, dass in Nesselwangen in ein Neubaugebiet entstehen soll. Drei Areale kommen in Frage. Welche Fläche zum Baugebiet wird, hänge von der Bereitschaft der Eigentümer, zu verkaufen, ab. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.
Pressereferat
Zweites Teilortgespräch
Das Bürgergespräch in Nesselwangen war nach dem in Bonndorf das zweite in einem Überlinger Teiort, zu dem Oberbürgermeisterin Sabine Becker eingeladen hatte. Die Stadt setzt die Reihe im am 8. Mai in Deisendorf und am 22. Mai in Hödingen fort. Die Stadtverwaltung war ins DGH gekommen, um von den Bürgern im direkten Gespräch zu erfahren, wo in Nesselwangen der Schuh drückt und um Frage zu beantworten. Neben Oberbürgermeisterin Sabine Becker und Bürgermeister Ralf Brettin informierten auch Fachbereichsleiter Raphael Wiedemer-Steidinger und Kämmerer Ludwig Sauter. Beim Bürgergespräch dabei waren außerdem Ortsvorsteher Herbert Gut sowie ein Stadtrat aus der ÜfA-Fraktion.
Neues Feuerwehrhaus ab 2015
Ein Thema, das die Nesselwanger bewegt, ist die Feuerwehr. Konkret geht es um den Ausrückbereich West, der eine neue zentrale Feuerwache erhält. Die Stadtverwaltung informierte darüber, dass sie für ein Grundstück im Außenbereich östlich von Nesselwangen zunächst einen vorhabenbezogener Bebauungsplan erstellen will. Das soll noch in diesem Jahr erfolgen. Die Stadt geht davon aus, dass das Feuerhaus 2015 in Betrieb gehen kann. Bürgermeister Ralf Brettin wies erneut auf die hohe Arbeitsbelastung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hin, die einzelne Projekte nur nacheinander abarbeiten könnten.
Junge Familien
Wie in der Gesamtstadt wird auch in Nesselwangen die Zahl der Kinder erst einmal nicht kleiner. Der Leiter des Fachbereichs 1 Raphael Wiedemer-Steidinger sagte, im Kindergarten gebe es drei Gruppen. In der U 3 Gruppe teilten sich zwölf Kinder zehn Plätze. Die beiden Regelgruppen seien voll belegt. Aufgrund von Hochrechnungen geht die Stadt davon aus, dass die Einwohnerzahl in Überlingen bis 2025 weiter steigt. Erst bis 2030 könnte sich die Bevölkerungszahl leicht verringern. Vor allem der Zuzug junger Familien spiele in Überlingen eine Rolle.
Eltern haben faktisch freie Schulwahl
Die Kinder aus Nesselwangen besuchen nach dem Kindergarten in der Regel die Grundschule in Hödingen, wo 70 Kinder in vier Klassen unterrichtet werden. Erneut wies Wiedemer-Steidinger auf die Möglichkeit der Befreiung vom Schulbezirk hin. Eltern müssten ihre Kinder heute nicht mehr zwingend in der nächstgelegenen Schule anmelden, wenn familiäre, berufliche oder pädagogische Interessen dagegen sprechen. Den Anträgen auf Befreiung von den Schulbezirken entspricht das Staatliche Schulamt Markdorf in der Regel. Dadurch sei es möglich, dass Nesselwanger Kinder auch die Wiestor Grundschule oder die Grundschulen in Sipplingen oder Ludwigshafen und umgekehrt Kinder aus der Kernstadt oder den anderen Ortsteilen auch die Hödinger Grundschule besuchen könnten. Wiedemer-Steidinger sieht die Befreiung von Schulbezirken positiv. Er sprach von einem „gesunden Wettbewerb“ der Schulen. Zur aktuellen Schulsituation sagte Wiedemer-Steidinger, dass die Wiestorschule vorerst Werkrealschule bleibe. Einen Antrag, Gemeinschaftsschule zu werden, habe die Ganztagsschule nicht gestellt. Die Realschule sei weiterhin sehr gut ausgelastet. Im Gymnasium gebe es bereits einen Mehrbedarf von 700 Quadratmetern Schulraumflächen.
Schnelles DSL kommt nicht schnell
Noch immer warten viele Nesselwanger auf einen schnellen DSL-Anschluss. Obwohl es Leerrohre und einen Zuschuss gibt, konnte die Stadt nicht einfach einen Betreiber mit dem DSL-Anschluss beauftragen. Eine Ausschreibung sei nötig gewesen. Zwei Interessenten, darunter die Deutsche Telekom, hätten sich gemeldet. Das sagte Bürgermeister Ralf Brettin. Noch gibt es eine Differenz zwischen der Höhe des Zuschusses und den tatsächlichen Kosten. Brettin sagte, da es im ländlichen Raum weniger Nutzer als in Städten gebe, sei das Interesse von Investoren, schnelle Datenautobahnen zu bauen, kleiner. Brettin ist aber zuversichtlich, dass es im Juli 2012 zu einem Vertragsabschluss kommt. Dann hätte die Telekom, die das aus Sicht der Stadt bessere Angebot abgegeben hat, zwölf Monate Zeit, den DSL-Anschluss zu realisieren. Brettin rechnet damit, dass die Telekom erst Mitte 2013 Nesselwangen und andere Teilorte an die Datenautobahn anschließt.
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