Ein örtlicher Anbieter und ein überregionales Unternehmen teilen sich die Aufträge für Schul- und Kindergartenverpflegung 02.05.2012
Die Stadt Überlinger hat das Mittagessen an der Wiestorschule, an der Realschule und am Gymnasium sowie für die Kinderhäuser Burgberg und St. Angelus europaweit neu ausgeschrieben. Das beste Angebot für die Schulverpflegung hat apetito catering abgegeben. Bei den Kinderhäusern hat ein lokaler Anbieter die Nase vorn. Die Stadt hatte Interessierte aus der Region vor der Ausschreibung ausdrücklich ermuntert, sich zu beteiligen.
Regionale Lieferanten zeigten wenig Interesse
Damit auch Kleinunternehmen für einzelne Schulen oder Kinderhäuser mitbieten konnten, hatte die Stadtverwaltung die drei Schulen und Kinderhäuser bei der Ausschreibung in getrennte Lose aufgeteilt. Einige mögliche Anbieter aus der Region hatten der Stadt von vornherein signalisiert, dass sie kein Interesse haben, das Essen für die Kinder und Jugendlichen zu liefern. Das sagte Fachbereichsleiter Raphael Wiedemer-Steidinger, dessen Team die Ausschreibung für die Essensversorgung in den Schulen und Kindergärten durchgeführt hat. Auch das Überlinger Helios Spital hatte kein Angebot für die Überlinger Mensen und Kindergärten abgegeben. Die Anforderungen für Krankenhausessen unterscheiden sich zu sehr von denen für Schulmensa- und Kindergartenessen.
Mensaessen wird an Gymnasium und Realschule kaum nachgefragt
Ab dem Schuljahr 2012/2013 wird apetito catering das Essen an die Schulen liefern. Derzeit betreibt noch das Ehepaar Petrizzo die Mensen der Realschule und des Gymnasiums. Obwohl rund 1.600 Schülerinnen und Schüler die beiden Schulen besuchen, verkaufen die Mensen an beiden Schulen derzeit nur etwa 40 Essen pro Tag. Diese Zahl sei äußerst niedrig, sagte Fachbereichsleiter Wiedemer-Steidinger. Mindestens 10 Prozent der Schüler nehmen – so zeigten es Vergleichszahlen – in anderen Schulmensen das Essen an.
Beste Noten für Essen an Wiestorschule
Im Februar 2011 hatte die Stadt die Schüler an der Wiestorschule, für die apetito catering bereits das Mittagessen liefert, sowie an der Realschule und am Gymnasium nach der Zufriedenheit mit den Mensen gefragt. In der Wiestorschule essen immerhin 80 von ca. 330 Schüler. 76 Prozent gaben an, mit dem Essen „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ zu sein. Nur 5 Prozent waren „sehr unzufrieden“. Der Rest fand es o.k.. Befragt worden sind die Schüler auch nach Verbesserungsvorschlägen und Anregungen. Einige wünschten sich mehr Ruhe und wollten kurzfristiger entscheiden können, ob sie in der Mensa zu Mittag essen oder sie wollten das Essensangebot selbst bestimmen. Auf der Wunschliste standen außerdem mehr Süßigkeiten, frisch gekochtes und regionales Essen, Themenwochen, auch Pommes und Schnitzel, Döner und andere Imbissangebote sowie schülergerechtere Preise.
Die Zufriedenheit an der Realschule und am Gymnasium war etwas geringer, die Wünsche fast deckungsgleich. Auch im nächsten Schuljahr werden die Schüler zu den Essens- und Kioskangeboten befragt.
Europaweite Ausschreibung verbindlich
Raphael Wiedemer-Steidinger erklärte, dass die Stadt wie alle Behörden verpflichtet ist nach den Vergaberegelungen national oder europaweit auszuschreiben. Dies dient der wirtschaftlichen Haushaltsführung sowie der Vermeidung von Bevorzugung, Korruption und Vetternwirtschaft. Das ist im Falle der Schulverpflegung so gewesen. Den Ausschreibungstext hat die Stadt im Wesentlichen aus einem Mustertext des Ministeriums für Ländlichen Raum übernommen. Das betrifft zum Beispiel altersspezifische Mengen- und Zusammensetzungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Ausschreibungsinhalt war auch, dass regionale, frische Waren bevorzugt werden. Apetito kauft Bäckereiprodukte in der Stadt. Salat, Rohkost, Teigwaren und Molkereiprodukte kommen aus der Region. Zur gleichen Einkaufspolitik ist der lokale Anbieter für die Kindergartenverpflegung verpflichtet. Die beiden Unternehmen haben alle Vorgaben der Ausschreibung erfüllt und für die Lose jeweils das günstigste Angebot abgegeben. Deshalb erhielten die beiden Anbieter den Zuschlag für die kommenden vier Jahre. Bereits im März hatte die Stadt die Schulleiter und Elternvertreter über das Ausschreibungsergebnis informiert.
Stadt wird Essen an Wiestorschule weiter bezuschussen
Für das warme Mittagessen verlangt apetito catering an der Realschule und am Gymnasium künftig 3 Euro und an der Wiestorschule 4,48 Euro. Das Essen an der Realschule und am Gymnasium ist im Vergleich zur Grund- und Hauptschule günstiger, weil dort von Schulleitung und Schulträger auch Kioskangebote zugelassen wurden und so eine Mischkalkulation möglich ist. Mit dem etwas teurer verkauften Fleischkäsebrötchen kann das gesunde Mittagessen quer subventioniert werden. Die Stadt geht davon aus, dass 4,48 Euro für ein Mensaessen in der Wiestorschule von vielen Eltern als zu teuer angesehen wird. Sie möchte, dass Eltern für ihre Kinder wie in den letzten beiden Jahren nur 3,80 Euro bezahlen müssen und will trotz der angespannten Haushaltslage deshalb jedes Essen mit 68 Cent wie in den letzten beiden Jahren auch weiter bezuschussen. Ausgehend von den 80 Essen pro Tag wären das 11.520 Essen pro Schuljahr. Das entspricht 7833,60 Euro. Diese Entscheidung ist – anders als die Wahl des Anbieters - eine politische, die der Kulturausschuss letzte Woche getroffen hat. Familien mit geringem Einkommen, die Anrecht auf das Bildungs- und Teilhabepaket haben, müssen pro Essen nur 1 Euro bezahlen. Den Rest übernimmt der Sozialträger.
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