Drei Bürger im Preisgericht Landesgartenschau 2020 23.05.2012
Bei der dritten Bürgerwerkstatt zur Landesgartenschau 2020 hat Landschaftsplaner Johann Senner rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Inhalte des Ausschreibungstextes für den Ideen- und Realisierungswettbewerbs zu Landesgartenschau 2020 informiert. In den Text mit eingeflossen sind Anregungen von Bürgerinnen und Bürgern, die diese an zwei vorangegangenen Werkstätten erarbeitet hatten. Jetzt haben Planungsbüros Zeit, ihre Vorschläge für die Dauerausstellung zu machen. Die Dauerausstellung wird nicht nur 2020 in Überlingen zu sehen sein, sondern Seezugänge, Grün- und Freiräume vor allem im Westen der Stadt dauerhaft aufwerten. Johann Senner rechnet damit, dass sich etwa 30 bis 40 Planungsbüros beteiligen werden. Welcher Entwurf am besten zu Überlingen passt, entscheidet ein Preisgericht nach der Sommerpause. Im Preisgericht sitzen auch drei Überlinger Bürger, die am Workshop teilgenommen haben. Ausgelost worden sind Hannes Ingerfurth, Rainer Glatt und Herbert Calmbach. Stellvertreter sind Barbara Hölz und Jo Stumpf.
10,8-Millionen-Euro-Investition in die Zukunft
Erst wenn die Wettbewerbsarbeiten vorliegen, will der Überlinger Gemeinderat endgültig darüber entscheiden, ob die Stadt die Landesgartenschau 2020 ausrichtet. Oberbürgermeisterin Sabine Becker möchte die Überlinger gern direkt in einem Bürgerentscheid über das Stadtentwicklungs- und Zukunftsprojekt entscheiden lassen. In die Dauerausstellung werden die Stadt Überlingen und das Land Baden-Württemberg 10,8 Millionen Euro investieren. Fünf Millionen bezahlt das Land – 5,8 Millionen muss die Stadt Überlingen aufbringen. Der Betrag von 10, 8 Millionen Euro splittet sich in 3,3 Millionen Euro für den Bereich der historischen Altstadt mit Badgarten, Mantelhafen und Gondelhafen, 7 Millionen Euro für den Westpark mit dem Grafschen Gelände sowie eine halbe Million Euro für Grünverbindungen wie Spazierwege. Nicht eingerechnet sind in diesen Betrag Kosten für die Verlegung der Straße zwischen Bahnübergang und Therme an das Bahngleis, der Neubau eines Thermenparkhauses mit 400 Stellplätzen sowie der Kauf des Grafschen Geländes, für den die Stadt bereits Rücklagen gebildet hat. Die Straßenverlegung kostet je nach Variante mit oder ohne Unterführung zwischen 1,7 und zehn bis elf Millionen Euro, wobei der Gemeinderat eine günstige Lösung favorisiert. Weitere Kosten, die im Ausstellungsjahr selbst entstehen, will die Stadt durch Eintrittsgeld und andere Einnahmen finanzieren. Einen Bürgerentscheid über die Landesgartenschau müsste der Gemeinderat beschließen.
Thermenparkplatz mit 400 Stellplätzen
Bürgermeister Ralf Brettin erklärte, die Stadt habe sich bewusst dafür entschieden, den endgültigen Beschluss über die Ausrichtung der Landesgartenschau erst zu fassen, wenn die Wettbewerbsarbeiten vorliegen und es einen Sieger gibt. „Wir müssen dann nicht über einen Luftballon reden, sondern über einen konkreten Entwurf und haben eine Kostenschätzung“, sagte der Baubürgermeister. Weiter stellte Brettin klar, das Preisgericht werde den Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkt mit berücksichtigen. Einige Bürger fragten beim Workshop wegen der Kosten kritisch nach. So ist zum Beispiel der Thermenpakplatz noch eine unbekannte Größe. Eine Kostenschätzung für eine Parkierungsanlage für die Therme gibt es noch nicht, sagte Brettin. Vorgesehen sei ein zweigeschossiges Gebäude, wobei die Planer wegen des Baugrunds maximal ein Geschoss in die Tiefe gehen könnten. Ob sie die Garage möglicherweise einhausen, bleibt den Planern überlassen.
Anregungen aus dem Ideen-Pool
Johann Senner sagte, beim Wettbewerb sei aus dem Ideen-Pool der Bürger zum Beispiel auch der Wunsch der Bürger eingeflossen, dass das Konzept zu Überlingen und der Identität der Stadt passen müsse. Hier habe es Mehrfachnennungen gegeben. Andere Vorgaben, die die Planungen beeinflussen werden, hingegen sind fix. Johann Senner sprach von vier „Leiplanken“ zwischen denen sich die Büros bewegen müssen. Berücksichtigen müssten die Planer, welches Gelände der Stadt gehöre, dass sie die Kosten von 10,8 Millionen Euro nicht überschreiten, die Vorschläge genehmigungsfähig und mit den Mindestanforderungen Bodenseeufer vereinbar sind und auch dass sie der Zielsetzung Bürgerpark und öffentliches Grün entsprechen. Als feste Vorgaben, nach denen sich die Planer richten müssen, nannte Senner die geografische Lage, die Geschichte der Stadt und der Befestigungsanlagen, die B 31, den Naturraum und Trinkwasserspreicher Bodensee sowie Klima, Flora und Fauna.
Inspirierende Bürger-Vorschläge
Senner sprach von „inspirierenden Bürgervorschlägen“. Mehr als 200 Kriterien seien erarbeitet worden. Die Mole soll zum Beispiel öffentlich zugänglich sein. Weitere Punkte, die in den Bürgerwerkstätten diskutiert worden sind, waren der Seezugang ohne Ufermauer, Plätze für Tauchsportler, die Idee von Wassertaxis und auch das Ziel, in einem Pflanzenhaus die Kakteensammlung künftig ganzjährig zu zeigen. Ferner wünschten sich die Bürger Frei- und Freizeitflächen, sowie den Ochsengraben öffentlich zugängig zu machen. Kein einheitliches Bild hatte es hingegen in den beiden ersten Bürgerwerkstätten gegeben, als es um die Frage ging, ob der Campingplatz an seinem Standort bleiben kann. Die Planer sind in dieser Frage deswegen frei. Kosten für die Verlegung des Campingplatzes sind bisher in den Kostenrechnungen noch nicht berücksichtigt. Die Sylvesterkapelle und das unter Denkmalschutz stehende Bahnhofsgebäude müssen in die Entwürfe integriert werden.
Landesgartenschau-Städte bei Förderprogrammen bevorzugt
Weiter skizzierte Senner die Beurteilungskriterien, an die sich das Preisgericht halten muss, wenn es einen Sieger kürt. Eine Rolle spielen die Freiräume und die Qualität der Dauerausstellung, der Umgang mit dem Bodensee-Ufer und auch die Erlebbarkeit sowie die Erschließung und Folgekosten. Oberbürgermeisterin Sabine Becker sagte, dass sich die Bürger keine Sorgen machen müssten, dass sich die Stadt für die Landesgartenschau überschulde. Von Anfang an mit im Boot sei das Land. Erich Herrmann vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, der auch bei der Bürgerwerkstatt war, werde mitreden, wenn es darum gehe, ob eine Investition sinnvoll sei. Weiter sagte Oberbürgermeisterin Sabine Becker, die Stadt erhoffe sich als Landesgartenschaustadt, bei Förderprogrammen bevorzugt zu werden und zum Beispiel einen Zuschuss für die Verlegung der Straße zu erhalten. In der Vergangenheit sei das bei Landesgartenschaustädte immer so gewesen, sagte die Oberbürgermeisterin. Töpfe, aus denen die Stadt Geld erhalten kann, sind zum Beispiel auch die Stadtsanierung, die Städtebauförderung oder die Uferrenaturierung.
Pressereferat
10,8-Millionen-Euro-Investition in die Zukunft
Erst wenn die Wettbewerbsarbeiten vorliegen, will der Überlinger Gemeinderat endgültig darüber entscheiden, ob die Stadt die Landesgartenschau 2020 ausrichtet. Oberbürgermeisterin Sabine Becker möchte die Überlinger gern direkt in einem Bürgerentscheid über das Stadtentwicklungs- und Zukunftsprojekt entscheiden lassen. In die Dauerausstellung werden die Stadt Überlingen und das Land Baden-Württemberg 10,8 Millionen Euro investieren. Fünf Millionen bezahlt das Land – 5,8 Millionen muss die Stadt Überlingen aufbringen. Der Betrag von 10, 8 Millionen Euro splittet sich in 3,3 Millionen Euro für den Bereich der historischen Altstadt mit Badgarten, Mantelhafen und Gondelhafen, 7 Millionen Euro für den Westpark mit dem Grafschen Gelände sowie eine halbe Million Euro für Grünverbindungen wie Spazierwege. Nicht eingerechnet sind in diesen Betrag Kosten für die Verlegung der Straße zwischen Bahnübergang und Therme an das Bahngleis, der Neubau eines Thermenparkhauses mit 400 Stellplätzen sowie der Kauf des Grafschen Geländes, für den die Stadt bereits Rücklagen gebildet hat. Die Straßenverlegung kostet je nach Variante mit oder ohne Unterführung zwischen 1,7 und zehn bis elf Millionen Euro, wobei der Gemeinderat eine günstige Lösung favorisiert. Weitere Kosten, die im Ausstellungsjahr selbst entstehen, will die Stadt durch Eintrittsgeld und andere Einnahmen finanzieren. Einen Bürgerentscheid über die Landesgartenschau müsste der Gemeinderat beschließen.
Thermenparkplatz mit 400 Stellplätzen
Bürgermeister Ralf Brettin erklärte, die Stadt habe sich bewusst dafür entschieden, den endgültigen Beschluss über die Ausrichtung der Landesgartenschau erst zu fassen, wenn die Wettbewerbsarbeiten vorliegen und es einen Sieger gibt. „Wir müssen dann nicht über einen Luftballon reden, sondern über einen konkreten Entwurf und haben eine Kostenschätzung“, sagte der Baubürgermeister. Weiter stellte Brettin klar, das Preisgericht werde den Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkt mit berücksichtigen. Einige Bürger fragten beim Workshop wegen der Kosten kritisch nach. So ist zum Beispiel der Thermenpakplatz noch eine unbekannte Größe. Eine Kostenschätzung für eine Parkierungsanlage für die Therme gibt es noch nicht, sagte Brettin. Vorgesehen sei ein zweigeschossiges Gebäude, wobei die Planer wegen des Baugrunds maximal ein Geschoss in die Tiefe gehen könnten. Ob sie die Garage möglicherweise einhausen, bleibt den Planern überlassen.
Anregungen aus dem Ideen-Pool
Johann Senner sagte, beim Wettbewerb sei aus dem Ideen-Pool der Bürger zum Beispiel auch der Wunsch der Bürger eingeflossen, dass das Konzept zu Überlingen und der Identität der Stadt passen müsse. Hier habe es Mehrfachnennungen gegeben. Andere Vorgaben, die die Planungen beeinflussen werden, hingegen sind fix. Johann Senner sprach von vier „Leiplanken“ zwischen denen sich die Büros bewegen müssen. Berücksichtigen müssten die Planer, welches Gelände der Stadt gehöre, dass sie die Kosten von 10,8 Millionen Euro nicht überschreiten, die Vorschläge genehmigungsfähig und mit den Mindestanforderungen Bodenseeufer vereinbar sind und auch dass sie der Zielsetzung Bürgerpark und öffentliches Grün entsprechen. Als feste Vorgaben, nach denen sich die Planer richten müssen, nannte Senner die geografische Lage, die Geschichte der Stadt und der Befestigungsanlagen, die B 31, den Naturraum und Trinkwasserspreicher Bodensee sowie Klima, Flora und Fauna.
Inspirierende Bürger-Vorschläge
Senner sprach von „inspirierenden Bürgervorschlägen“. Mehr als 200 Kriterien seien erarbeitet worden. Die Mole soll zum Beispiel öffentlich zugänglich sein. Weitere Punkte, die in den Bürgerwerkstätten diskutiert worden sind, waren der Seezugang ohne Ufermauer, Plätze für Tauchsportler, die Idee von Wassertaxis und auch das Ziel, in einem Pflanzenhaus die Kakteensammlung künftig ganzjährig zu zeigen. Ferner wünschten sich die Bürger Frei- und Freizeitflächen, sowie den Ochsengraben öffentlich zugängig zu machen. Kein einheitliches Bild hatte es hingegen in den beiden ersten Bürgerwerkstätten gegeben, als es um die Frage ging, ob der Campingplatz an seinem Standort bleiben kann. Die Planer sind in dieser Frage deswegen frei. Kosten für die Verlegung des Campingplatzes sind bisher in den Kostenrechnungen noch nicht berücksichtigt. Die Sylvesterkapelle und das unter Denkmalschutz stehende Bahnhofsgebäude müssen in die Entwürfe integriert werden.
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