Swü und TWF gründen »Stadtwerk am See« - Gemeinderat stimmt einstimmig zu Gründungsbeschluss 30.05.2012
Am vergangenen Mittwoch hat der Überlinger Gemeinderat der Neugründung des „Stadtwerks am See“ zugestimmt. Bereits am Montag vergangener Woche hatte der Friedrichshafener Gemeinderat den entsprechenden Beschluss gefasst. Der Weg für ein gemeinsames „Stadtwerk am See“ ist somit frei. Die Mitglieder des Überlinger Gemeinderats sprachen von einem „historischen Tag“. Technische Werke Friedrichshafen (TWF) und Stadtwerke Überlingen (Swü) verschmelzen nun endgültig zum neuen „Stadtwerk am See“. In vier Monaten übernimmt das neue Stadtwerk Aufgaben und Geschäfte der bisherigen Stadtwerke Swü und TWF. Für Kunden ändert sich nichts, sie werden zukünftig automatisch vom neuen Stadtwerk versorgt.
Verhandlungen auf Augenhöhe
„Das ist ein epochaler Schritt“, erklärte die Oberbürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende der Swü, Sabine Becker. „Zwei erfolgreiche und am Markt bestens etablierte Unternehmen schließen sich zusammen“, sagte Becker: „Und sie tun dies aus einer Position der Stärke heraus.“ Bei der Gemeinderatssitzung am vergangenen Mittwoch anwesend waren auch TWF-Geschäftsführer Alfred Müllner und Swü-Geschäftsführer Klaus Eder sowie Swü-Betriebsrat Helmut de Francisco. Die Mitglieder des Überlinger Gemeinderats waren sich einig, dass die beiden Stadtwerke, Aufsichtsratsvorsitzenden und Städte „auf Augenhöhe“ miteinander verhandelt haben.
Wichtige Rolle am Bodensee
In der Gemeinderatssitzung erklärte Eder noch einmal, weshalb das neue Stadtwerk eine Chance ist. Die Swü seien genauso wie die TWF sehr erfolgreich und hätten im Vergleich zu Mitbewerbern einen hohen Marktanteil. Schon bisher habe es Kooperationen gegeben. „Die Neugründung ist der richtige Weg in die Zukunft“, sagte Eder. Das neue Stadtwerk werde eine wichtige Rolle am Bodensee und darüber hinaus spielen und ist offen für weitere Kommunen, die sich anschließen möchten. Für Kommunen sei dies auch interessant, wenn es um die Vergabe von Konzessionen gehe. Zu den Aufgaben des neuen Stadtwerks gehören die Energieerzeugung, Netze (Strom und Wasser) und E-Mobilität. Die Kundenzentren an beiden Standorten werden ausgebaut und der Service für die Kunden verbessert. Arbeits- und Ausbildungsplätze hält das neue Stadtwerk in der Region. Die Stadt Überlingen profitiere durch dauerhafte Einnahmen. Weiter sagte Eder: „Die kommunalen Stadtwerke sind die Motoren der Energiewende.“ Die Zukunft sehe er in dezentralen Lösungen.
Stellungnahmen der Fraktionen
Der Überlinger Gemeinderat stimmte der Neugründung zu. Die CDU-Fraktion lobt die Verhandlungen „auf Augenhöhe“. Wichtig sei es gewesen, dass der Betriebsrat zugestimmt habe. Auch menschlich könnten die Partner miteinander. Die SPD-Fraktion sprach von einem „guten Beschluss zum Wohle der Bürger“. Die LBU-Fraktion erklärte, es sei der „richtige Schritt zum richtigen Zeitpunkt“. Die FDP und die Fraktion der Freien Wähler erinnerten daran, wie wichtig die Einnahmen durch die Stadtwerke sind. Die FW-Fraktion sprach von „fairen und zielführenden Verhandlungen“. Überlingen habe nie am Katzentisch gesessen. Die ÜfA sprach von einem historischen Tag. Der Beschluss fiel einstimmig.
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