Überlingen begeht zehnten Jahrestag des Flugzeugunglücks von 2002 20.06.2012
Am 1. Juli jährt sich der Tag des Flugzeugunglücks von Überlingen zum zehnten Mal. Damals starben 71 Menschen. 155 Gäste aus mehreren russischen Teilrepubliken, Weißrussland und Baschkortostan werden anlässlich des Jahrestags nach Überlingen reisen. Darunter ist auch eine Regierungsdelegation unter Leitung des stellvertretenden Ministerpräsidenten der Republik Baschkortostan, Fidus Yamaltdinov, sowie eine Angehörigendelegation. Angehörige werden während ihres Aufenthalts auch noch einmal die Fundorte ihrer 2002 verunglückten Familienangehörigen aufsuchen. Die Stadt Überlingen plant am Abend des 1. Juli eine Gedenkveranstaltung am Absturzort bei Brachenreuthe. Mitglieder des Freundeskreises „Brücke nach Ufa“ wollen an der Gedenkstätte 72 Namen von Opfern, darunter auch den des 2004 getöteten Züricher Fluglotsen, verlesen.
Der Unglücksflug vom 1. Juli 2002
Am Abend des 1. Juli 2002 waren über Owingen und Überlingen eine Frachtmaschine der DHL und ein Passagierflugzeug der Bashkirian-Airlines zusammengestoßen. Unter den 71 Opfern befanden sich 49 Kinder, die auf einem Ferienflug von Ufa, der Hauptstadt der Republik Baschkortostan, nach Spanien waren. Nach dem Unglück, bei dem es am Boden keine Opfer gegeben hatte, reiste damals eine große Gruppe Angehöriger an den Bodensee und besuchte die Absturzstelle. Sämtliche Opfer wurden identifiziert und einige Zeit später nach Baschkortostan überführt. Auch in Überlingen war die Trauer nach dem Flugzeugunglück, bei dem es keine Überlebenden gegeben hatte, groß. Tausende Menschen, darunter viele Feuerwehrangehörige und Einsatzkräfte von Hilfsorganisationen, nahmen im Juli 2002 an Trauerfeiern und Trauergottesdiensten teil. Zur zentralen Trauerfeier kam auch der damalige Ministerpräsident Erwin Teufel in den Überlinger Kursaal.
155 Baschkiren reisen nach Überlingen
Die offizielle Gedenkveranstaltung anlässlich des zehnten Jahrestages des Flugzeugunglücks findet am Sonntag, 1. Juli, um 22 Uhr an der Gedenkstätte für die Absturzopfer bei Brachenreuthe statt. Ansprachen an der Gedenkstätte halten Fidus Yamaltdinov, stellvertretender Ministerpräsident aus Baschkortostan, Sulfat Chammatov, Vertreter der Angehörigen der Absturzopfer, und Oberbürgermeisterin Sabine Becker. Geistliche verschiedener Konfessionen – muslimischen und russisch-orthodoxen Glaubens sowie Vertreter Überlinger Kirchen – sprechen Gebete. Die Stadtkapelle Überlingen spielt während der Gedenkfeier. Mitglieder des Freundeskreises „Brücke nach Ufa“ möchten die Namen der 71 Opfer sowie des in der Unglücksnacht diensthabenden Fluglotsen verlesen. Ein Familienvater aus Ossetien, der seine Frau und zwei Kinder bei der Kollision verloren hatte, hatte den Lotsen 2004 in Kloten erstochen. Zeitgleich mit der Verlesung der Namen der 72 Opfer werden von Schülerinnen und Schülern der Waldorfschule gefertigte Lichtkörper entzündet.
Gedenken auch in Taisersdorf
An das Flugzeugunglück erinnert wird auch in Taisersdorf. An der Gedenkstätte in Taisersdorf, der Absturzstelle der DHL-Frachtmaschine, die mit dem Passagierflugzeug der Bashkirian-Airlines in der Luft zusammengestoßen war, findet am Sonntag, 1. Juli, um 15 Uhr ein Gottesdienst statt. In Taisersdorf werden auch ehemalige Arbeitskollegen der beiden verunglückten DHL-Piloten erwartet.
Treffen von Regierungsvertretern
Am Sonntag, 1. Juli, werden Vertreter der Republik Baschkortostan und des Landes Baden-Württemberg unter dem Vorsitz von Peter Friedrich, Minister für Bundesrat, Europa und Internationale Angelegenheiten, die Perspektiven der Zusammenarbeit besprechen. Ebenfalls für Sonntag ist ein Empfang des Landes Baden-Württemberg, der Stadt Überlingen und der Gemeinde Owingen für die Angehörigen und geladene Gäste geplant. Am Montag wird die Republik Baschkortostan einen Empfang ausrichten.
Viele Beteiligte an Vorbereitung
Den zehnten Jahrestag des Flugzeugunglücks von Überlingen haben der Freundeskreis „Brücke nach Ufa“, Vertreter verschiedener Rettungsdienste, die Camphill Schulgemeinschaft Brachenreuthe, die Schule Schloss Salem, die Polizei, das Landratsamt, die Gemeinde Owingen und die Stadt Überlingen in Zusammenarbeit mit dem Staatsministerium gemeinsam vorbereitet.
Pressereferat
Der Unglücksflug vom 1. Juli 2002
Am Abend des 1. Juli 2002 waren über Owingen und Überlingen eine Frachtmaschine der DHL und ein Passagierflugzeug der Bashkirian-Airlines zusammengestoßen. Unter den 71 Opfern befanden sich 49 Kinder, die auf einem Ferienflug von Ufa, der Hauptstadt der Republik Baschkortostan, nach Spanien waren. Nach dem Unglück, bei dem es am Boden keine Opfer gegeben hatte, reiste damals eine große Gruppe Angehöriger an den Bodensee und besuchte die Absturzstelle. Sämtliche Opfer wurden identifiziert und einige Zeit später nach Baschkortostan überführt. Auch in Überlingen war die Trauer nach dem Flugzeugunglück, bei dem es keine Überlebenden gegeben hatte, groß. Tausende Menschen, darunter viele Feuerwehrangehörige und Einsatzkräfte von Hilfsorganisationen, nahmen im Juli 2002 an Trauerfeiern und Trauergottesdiensten teil. Zur zentralen Trauerfeier kam auch der damalige Ministerpräsident Erwin Teufel in den Überlinger Kursaal.
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Die offizielle Gedenkveranstaltung anlässlich des zehnten Jahrestages des Flugzeugunglücks findet am Sonntag, 1. Juli, um 22 Uhr an der Gedenkstätte für die Absturzopfer bei Brachenreuthe statt. Ansprachen an der Gedenkstätte halten Fidus Yamaltdinov, stellvertretender Ministerpräsident aus Baschkortostan, Sulfat Chammatov, Vertreter der Angehörigen der Absturzopfer, und Oberbürgermeisterin Sabine Becker. Geistliche verschiedener Konfessionen – muslimischen und russisch-orthodoxen Glaubens sowie Vertreter Überlinger Kirchen – sprechen Gebete. Die Stadtkapelle Überlingen spielt während der Gedenkfeier. Mitglieder des Freundeskreises „Brücke nach Ufa“ möchten die Namen der 71 Opfer sowie des in der Unglücksnacht diensthabenden Fluglotsen verlesen. Ein Familienvater aus Ossetien, der seine Frau und zwei Kinder bei der Kollision verloren hatte, hatte den Lotsen 2004 in Kloten erstochen. Zeitgleich mit der Verlesung der Namen der 72 Opfer werden von Schülerinnen und Schülern der Waldorfschule gefertigte Lichtkörper entzündet.
Gedenken auch in Taisersdorf
An das Flugzeugunglück erinnert wird auch in Taisersdorf. An der Gedenkstätte in Taisersdorf, der Absturzstelle der DHL-Frachtmaschine, die mit dem Passagierflugzeug der Bashkirian-Airlines in der Luft zusammengestoßen war, findet am Sonntag, 1. Juli, um 15 Uhr ein Gottesdienst statt. In Taisersdorf werden auch ehemalige Arbeitskollegen der beiden verunglückten DHL-Piloten erwartet.
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