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Jürgen Jankowiak neuer Kopf der Kur und Touristik GmbH 25.07.2012 


Zweieinhalb Monate Zeit hatte Jürgen Jankowiak, Geschäftsführer der Kur und Touristik GmbH (KuT), bisher, um die Kur und Touristik GmbH personell neu aufzustellen und die ersten großen Aufgaben zu definieren, die er in den kommenden Wochen und Monaten in Angriff nehmen möchte. Er nennt fünf Themen – vom Internetauftritt über das Innenmarketing bis zur Fortschreibung der mittlerweile zehn Jahre alten wissenschaftlichen Tourismusstudie – die er anpacken möchte. Der neue Tourismuschef macht aber auch klar, dass er nicht bei null beginnt. „Die touristische Entwicklung verlief positiv“, sagt Jürgen Jankowiak. Er sieht Überlingen zusammen mit Konstanz, Friedrichshafen, Lindau und Meersburg unter den Top Fünf am Bodensee. In Zukunft will der neue Geschäftsführer das Profil Überlingens noch weiter schärfen. Ziel Jankowiaks ist es, die Alleinstellungsmerkmale besser herauszustellen und Themen für Zielgruppen, die nach Überlingen kommen, zu definieren. Klar müsse sein, wofür Überlingen steht.

Fünf Themen für Überlingen
Fünf Themenfelder, die in Zukunft eine wichtige Rolle spielen sollen, sieht Jankowiak: Er nennt Gesundheit und Kur, Landschaft und Gärten, Familienferien, Tagungen und Veranstaltungen sowie Nachhaltigkeit. Überlingen ist Kneippheilbad und der Gesundheitstourismus spielt allein schon deswegen eine wichtige Rolle in der Stadt. Beim Thema Grün profitiert Überlingen von der Nachbarschaft zur Insel Mainau, zu der es Verbindungen gibt. Bei den Familienferien kann Jürgen Jankowiak auf familienfreundliche Betriebe und die Attraktion Haustierhof Reutemühle bauen. Der Kursaal und das Badhotel sowie andere bestehende Betriebe eröffnen die Chance, Tagungen nach Überlingen zu holen. Das Thema Nachhaltigkeit und Citta Slow sieht der neue Tourismuschef als Querschnittthema.

Betriebe haben viel investiert
In seinen ersten Wochen in Überlingen hat Jürgen Jankowiak zahlreiche „Antrittsbesuche“ gemacht, um die Partner der Kur und Touristik GmbH kennen zu lernen. Sein Fazit: Die Beherbergungsbetriebe bieten ein qualitativ hochwertiges Angebot. In den vergangenen Jahren hätten die Betriebe viel investiert. Verstärken möchte Jankowiak nun das Innenmarketing, das heißt den Austausch innerhalb des Netzwerks, zwischen den Partnern, und auch den Fluss der Informationen. Noch nicht abschließend beurteilen kann Jürgen Jankowiak nach zweieinhalb Monaten als Geschäftsführer, ob es in Überlingen einen Bedarf an einem neuen 4- bis 5-Sterne Hotel gibt. Vorstellen könnte sich der Geschäftsführer dagegen ein 3-Sterne-Hotel, in dem Radfahrer willkommen sind.

KuT hängt finanziell an der Stadt

Die Kur und Touristik GmbH hat aktuell ein Budget von 1,2 Millionen Euro pro Jahr und ist auch weiter auf einen Zuschuss in dieser Höhe durch die Stadt angewiesen, die den größten Teil des Budgets bereit stellt. Im Gegenzug hat die Stadt aber durch Kurtaxe und Fremdenverkehrsabgabe sowie indirekte Steuern auch Einnahmen durch den Tourismus. Die Rückgabe des Hauses des Gastes Ende 2011 an die Stadt habe zu einer deutlichen Kosteneinsparung bei der KuT geführt, so Jürgen Jankowiak. Als Manko empfindet Jankowiak den Wegfall nicht: Kritik oder Nachfragen seitens der Gäste waren die Ausnahme.
Dass der Tourismus in Überlingen eine wichtige Rolle spielt, steht außer Frage. Daten zum Wirtschaftsfaktor Tourismus in Überlingen sind zum letzten Mal 2005 erhoben worden. Aus der Untersuchung ging damals hervor, wie verschiedene Wirtschaftszweige in der Stadt vom Tourismus in Überlingen profitieren. Die größten Profiteure waren das Gastgewerbe vor den Dienstleistern und dem Einzelhandel. Das Einkommen aus der Tourismuswirtschaft pro Einwohner und Jahr betrug damals 2.230 Euro. Das kommunale Steueraufkommen aus dem Tourismus lag bei zwei Millionen Euro.

Team neu aufgestelltJürgen Jankowiak, seit zweieinhalb Monaten neuer Kopf der Kur und Tourismus GmbH.
Gleich in den ersten Wochen hat Jürgen Jankowiak die Kur und Touristik GmbH personell neu organisiert. Tanja Kranz, zuletzt Marketingleiterin und kommissarische Geschäftsführerin der KuT wechselte zu einem Betrieb der Hotelbranche. Der langjährige Prokurist Reinhard Wasowicz ging in den Ruhestand. Neue Marketingleiterin ist jetzt Ann-Christine Kittel. Neue Ansprechpartnerin für Veranstaltungen sowie das Vermieten von Räumen ist Hanna Robitschko. Der neue Geschäftsführer hat für sich nach den Personalentscheidungen ein positives Fazit gezogen: Die Kur und Touristik GmbH hat ein motiviertes und gut eingespieltes Team.

Perspektiven für den Tourismus
Der Tourismus hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. 675.522 Übernachtungen 2011 kamen einem Plus von 4,3 Prozent gleich. 165.653 Gästeankünfte bedeuteten ein Plus von 4,4 Prozent. Dieser positive Trend habe sich 2012 fortgesetzt, so Jürgen Jankowiak. Im März und Mai 2012 gab es starke Zuwächse bei Übernachtungen und Gästeankünften. Trotzdem gibt es Handlungsbedarf. Der neue Geschäftsführer hat sich strategische Ziele gesetzt. Auf seiner Agenda steht auch die Fortschreibung und Überprüfung des Tourismus Marketing Konzepts für Überlingen. Dieses hatte die Universität St. Gallen 2002 vorgelegt und die Studie ist mittlerweile zehn Jahre alt. Jürgen Jankowiak will Leitthemen für den Tourismus festlegen und dabei die Besonderheiten und Stärken Überlingens berücksichtigen. Stichworte wären Gesundheitstourismus und Kur oder auch nachhaltiger Tourismus und Citta Slow. Im Fokus hat der neue Geschäftsführer außerdem die Saisonverlängerung, die er zusammen mit touristischen Leistungsträgern erreichen möchte. Ein Pfund, mit dem er wuchern kann, ist die Bodensee-Therme. Ein weiteres Ziel, das der Tourismuschef verfolgt, ist die Vernetzung der touristischen Partner in den Projekten.
Politische Aussagen macht Jürgen Jankowiak zwar nicht, klare Standpunkte hat er aber in Bezug auf den Verkehr und die Landesgartenschau 2020. Beide Themen berühren den Tourismus. Die Landesgartenschau müsse Überlingen unbedingt ausrichten, meint der Tourismusgeschäftsführer. Auch wünscht sich Jankowiak möglichst schnell ein schlüssiges Verkehrskonzept und eine höhere Aufenthaltsqualität für die Innenstadt. Der Verkehr schneide die Stadt von der Promenade ab und wirke wie eine Barriere, so dass viele Besucher die Innenstadt mit ihren schönen Plätzen und idyllischen Winkeln gar nicht entdecken.

Online-Präsenz wichtiger
Zeitnah möchte Jürgen Jankowiak zudem mehr Gewicht auf den Bereich Internet- und Online-Marketing legen. Die Kur- und Ferienstadt müsse sich frischer und zeitgemäßer im Web präsentieren, wünscht sich der Tourismuschef. Der Tourismus sollte im Internet als eigenständiger Bereich erkennbar sein. Jankowiak wünscht sich eine klare Strukturierung der Themen und Inhalte sowie eine emotionale Ansprache. Urlauber sollten im Internet auch einen Überblick über freie Quartiere bekommen können. Dies sei noch wichtiger als die Buchbarkeit online.

Pressereferat