15 Jahre SportlerEhrung - Jury zieht Bilanz

Auch nach der 15. Auflage des Events SportlerEhrung der Stadt Überlingen zogen die Jury-Mitglieder Bilanz. Im Fazit der jüngst stattgefundenen Veranstaltung wurde auch auf die vergangenen Jahre zurückgeblickt und kritisch alle Themenbereiche durchleuchtet sowie über Denkanstöße Dritter diskutiert.

Gelungener Start in 2005
Die erste SportlerEhrung in der jetzigen Form wurde 2005 durchgeführt. Seither werden sehr erfolgreiche Einzelsportler und Mannschaften zum Sportler bzw. zur Mannschaft des Jahres gewählt. In der Folgezeit hat die Jury immer wieder Neues eingeführt: Der Nachwuchs-Förderpreis (seit 2008), der Talent-Förderpreis (seit 2013) und seit diesem Jahr der Sport-Sonderpreis sind wichtige Auszeichnungen für die Überlinger bzw. für Überlinger Vereine startende Sportler und Mannschaften. Sie dokumentieren, dass es in Überlingen eine enorme Dichte an Spitzensportlern und -mannschaften gibt. Dazu zählen Weltmeister, Europameister und Deutsche Meister sowie zahlreiche Berufungen in Bundes- oder Landeskadern und andere herausragende Erfolge.
 
Sport und Soziales
Schon bei der ersten Ausgabe der SportlerEhrung haben die Verantwortlichen eine Brücke zwischen Sport und Sozialem hergestellt. Ein Charity-Projekt ist fester Bestandteil des Veranstaltungskonzeptes. So wurde in diesem Jahr bereits zum 15. Mal eine Tombola mit sehr attraktiven Preisen durchgeführt. Über 15.000 € konnten seit 2005 infolge der SportlerEhrung an hilfsbedürftige soziale Einrichtungen in der Region übergeben werden.
 
Auswahl der Sportler und Mannschaften
Als elementare Basis der SportlerEhrung erweist sich die Zusammenarbeit mit den Vereinen, Schulen und sonstigen Institutionen. Um hier keinen erfolgreichen Sportler oder Mannschaft zu vergessen, erfolgt jährlich eine Ausschreibung. Auf der Grundlage dieser Rückmeldungen sichtet und bewertet die Jury die sportlichen Erfolge und nimmt die Nominierungen vor. Sie stützt sich dabei auch gerne auf das fachkundige Urteil und Empfehlungen der Vereine. Dieses Auswahlverfahren hat sich über die Jahre hinweg bewährt. Die Jury hält auch künftig daran fest und würde sich eine noch stärkere Einbindung der Vereine wünschen. Mögliche Interessenskonflikte zwischen Vereins- und Juryarbeit werden dadurch ausgeschlossen, dass sich die Betroffenen, wie es in anderen Gremien auch obligatorisch ist, bei Befangenheit an der Diskussion und Bewertung der Vereinsrückmeldungen nicht beteiligen.
 
Spannung durch Wahlverfahren
Bei der Wahl zum Sportler des Jahres bzw. zur Mannschaft des Jahres setzt die Jury bewusst auf eine Zweikanal-Strategie. Fachurteil und Publikumsurteil sind hier gleichermaßen gefragt. Sportliche Leistungen und Erfolge von Sportlern und Mannschaften verschiedener Vereine können nur schwer miteinander verglichen werden, so die Auffassung der Jury. Deshalb werden die Überlinger Vereine, die an der Basis arbeiten und einen uneingeschränkten Einblick in die tägliche Trainingsarbeit und die sportliche Erfolge haben, gebeten, entsprechend ihrem Fachurteil ihr Votum für den Sportler und die Mannschaft des Jahres abzugeben. Diese Stimmen der Vereine fließen zu 50 % in das Gesamtergebnis ein. Die von der Jury im Jahr 2017 getroffene Entscheidung, den Überlinger Vereinen einen sehr großen Einfluss am Wahlergebnis zu geben, hat sich sehr bewährt.
Das Publikumsurteil, das die anderen 50 % des Gesamtergebnisses ausmacht, wird über eine öffentliche Wahl eingeholt. Hier stehen bewusst verschiedene Abstimmungskanäle zur Verfügung. Einerseits kann man sich im Zeitalter der Digitalisierung den Sozialen Medien nicht verschließen, andererseits möchte die Jury nicht auf die herkömmlichen Abstimmungscoupons verzichten. Jeder soll den persönlich favorisierten Weg wählen können, um für seinen Favoriten abzustimmen. Hierbei kann es jährliche Schwankungen geben. So wurden 2017 noch 20 % der Stimmen über die Coupons abgegeben, 2018 waren es hingegen 67 % und in 2019 dann nur noch ca. 30 %. Auch bei der Stimmabgabe über die Sozialen Medien lassen sich keine eindeutigen Trends ableiten. So wurden 2017 etwas mehr als 50 % der öffentlichen Stimmen über Facebook abgegeben, 2018 sank diese Zahl auf ca. 17 % und 2019 erhöhte sie sich auf wieder ca. 65 %. Als konstanter Quotenbringer erwies sich in den Jahren 2017 und 2018 aber auch der Online-Abstimmungskanal über die Südkurier-Homepage mit ca. 14 % bzw. ca.18 % der Gesamtstimmen aus der Öffentlichkeitswahl. Dieser Abstimmungsweg über den Südkurier online wurde 2019 von diesem nicht mehr angeboten. Um hier in Zukunft ein Regulativ einzubauen, hat die Jury nach ausführlicher Diskussion entschieden, die Gewichtung der Abstimmungskanäle beim Publikumsurteil ab 2020 zu ändern. Das Gesamtergebnis aus den Onlinekanälen wird mit 20 % in die Gesamtwertung eingehen, jenes per Coupon mit 30 % und das des Vereinsvotings weiterhin mit 50 %.

Attraktives Rahmenprogramm
Rückblickend hat sich auch der eingeschlagene Weg, neben den zahlreichen Ehrungen und Auszeichnungen ein attraktives Rahmenprogramm zu gestalten, bestens bewährt. Individuell aufgezeichnete Videoclips der Sportler und Mannschaften, Präsentationen von Überlinger Vereinen sowie Auftritte internationaler Stars gehören inzwischen zu den festen Bestandteilen der Überlinger SportlerEhrungen. Die Schweizer Fitness-Queen Daniela Baumann, der Breakdancer auf Krücken Dergin Tokmak und in diesem Jahr der Extrem-Sportler und Sänger Joey Kelly sind nur einige Beispiele für die Qualität der Gäste auf der Überlinger Bühne.
 
Sponsoren
Schon bei der ersten Auflage der SportlerEhrung setzte die Stadt auf die Unterstützung von Sponsoren, ohne die eine solche kurzweilige Veranstaltung nicht zu stemmen wäre. Gerne bietet man diesen mit der SportlerEhrung eine interessante Plattform an, sich hier zu präsentieren. Alleine auf der Facebook-Seite der SportlerEhrung/Überlingen wurde zwischenzeitlich eine Reichweite von nahezu 30.000 Kontakten generiert. Auch mit den erstmals dort eingesetzten Sponsoren-Clips wurde innerhalb einer Woche eine Reichweite von 6.000 Kontakten erreicht.
 
Die Jury
Insgesamt sieht sich die Jury gut gerüstet für die nächsten Veranstaltungen. Auch in Zukunft werden die Verantwortlichen kritisch die Veranstaltungs- und Abstimmungsparameter auf den Prüfstand stellen und bei Bedarf Korrekturen vornehmen. Wichtig ist der Jury, dass alle Entscheidungen, selbst nach vorheriger intensiver Diskussion, immer gemeinsam getragen werden.
Der Jury gehören Adelheid Hug und Miriam Bühler (beide Stadtverwaltung Überlingen), Günter Hornstein (Stadtrat), Ralf Mittelmeier (Sportlehrer und Stadtrat), Michael Stehle (Unternehmer) und Michael Gut (Organisator) an.