Baubeginn für die Anschlussunterbringung auf dem Schättlisberg

Am Freitag, den 28. Juni 2019 begannen die Bauarbeiten für die Holz-Modulwohnanlage zur Unterbringung von Geflüchteten auf dem Schättlisberg.

Bereits Mitte April 2016 hat der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss für die Errichtung einer Anschlussunterbringung an diesem Standort gefasst. Nach dem Besuch einer beispielhaften Wohnanlage in Holzmodulbauweise in Ravensburg sprachen sich die Gremienmitglieder für die Wohntypologie „Wohngruppe“ aus.

Das Projekt besteht aus zwei Bauabschnitten: in dem nun beginnenden ersten Abschnitt wird ein L-förmiges zweigeschossiges Gebäude zur Unterbringung von etwa 50 Flüchtlingen errichtet. Der zweite Bauabschnitt sieht einen zum ersten Gebäude zugeneigten Bau vor, sodass ein geschützter Innenhof bzw. ein halböffentlicher Quartiersplatz entsteht. Zusätzlich sieht der Beschluss den Bau von Unterständen für Fahrräder und Müllcontainer als auch einer Spielfläche für Kleinkinder vor.

Die baurechtlich notwendigen Stellplätze werden entlang der Zufahrt erstellt. So kommt es zu keiner Störung des fließenden Verkehrs oder der Stellplatzsituation der Angrenzer.

Die Fassade der Anlage wird mit einer qualitativ hochwertigen Holzverschalung ausgeführt. Dies verdeckt die Modularität und gibt dem Gebäude einen modernen, aber schlichten Charakter.

Für das Gesamtprojekt erhält die Stadt aus dem Landesförderprogramm „Wohnraum für Flüchtlinge“ einen Zuschuss in Höhe von 690.150 Euro. Die Kosten für den ersten Bauabschnitt setzen sich vor allem aus den Landschaftsbauarbeiten, die für eine Summe von annähernd 208.000 Euro vergeben wurden, und den Kosten für Modulbauwohnanlage, die für knapp 1,75 Mio. Euro in Auftrag gegeben wurde, zusammen.

Die Anschlussunterbringung ist für einen Zeitraum von 10 Jahren seit Erteilung des Vorbescheids im Juli 2017 genehmigt. Danach muss die Anlage zurückgebaut und an einem anderen Standort wieder errichtet werden.

Zunächst werden die Erschließungsarbeiten durchgeführt, die vorgefertigten Wohnmodule werden im August/September geliefert und aufgebaut. Die Fertigstellung der Anschlussunterbringung ist für Mitte Oktober geplant, anschließend ziehen die Bewohner ein.
Seit 2015 wurden in der Stadt Überlingen insgesamt 278 geflüchtete Menschen untergebracht. Davon zogen 172 Personen in städtisch verwaltete Anschlussunterbringungen (AU).

Die städtischen AU-Wohnungen sind nur als vorübergehende Notunterkünfte vorgesehen, aus denen die Geflüchteten aufgefordert sind, zeitnah auszuziehen und eigenen Wohnraum zu finden. Diese AU-Wohnungsauszüge sind jedoch immer seltener, da die Menschen keine alternativen Wohnungen finden und der Bedarf an weiterem Wohnraum jährlich steigt.

Die Stadt Überlingen hat im Jahr 2019 die Pflicht weitere Wohnlösungen für zusätzlich 98 geflüchtete Menschen anzubieten. Um dieses Soll erfüllen zu können, sind die Wohngruppen auf dem Schättlisberg unerlässlich.