Jahresbericht der Stadtbücherei

Jahresbericht der Stadtbücherei Überlingen für 2018
 

Selbstverbuchung gestartet
2018 stand ganz im Zeichen der Selbstverbuchung, die kurz vor Jahresende in Be­trieb ging. Da sämtliche Medien zuvor konvertiert, d.h. mit speziellen Etiketten verse­hen werden mussten, wurde die Chance genutzt, den vorhandenen Bestand auf Ak­tualität und Nutzung systematisch zu kontrollieren und zu dezimieren: rund 32% der Anfang 2018 noch vorhandenen Medien (35.678) wurden wegen Überalterung und/oder jahrelanger Nichtnutzung bis Ende des Jahres ausgesondert, so dass, zu­züglich der Neuerwerbungen, am Ende knapp 30% weniger Medien in den Regalen standen (24.856).

Trotz einiger technischer Anfangsschwierigkeiten beim Start der Selbstverbuchung, hat sich diese inzwischen gut eingespielt. Besonders Kinder begeistert es, ihre Medien selbst verbuchen zu dürfen. Da die Rückgabe nach wie vor durch Bibliotheksmitarbeiterinnen erfolgt, ist immer eine Ansprechpartnerin in der Nähe, die im Bedarfsfall Hilfestellung leistet.
 
Reale Medien weiterhin deutlich weniger genutzt
Bis auf herkömmliche Spiele sowie Zeitschriften, deren Nutzung leicht anstieg, gin­gen ansonsten die Entleihzahlen von Prints, CDs und DVDs, wie in allen Bibliothe­ken, weiter deutlich zurück (14%), wohingegen 29% mehr eMedien entliehen wur­den. Weniger drastisch entwickelte sich die Entwicklung in Bezug auf die Entleiher: 3,5% weniger Kunden (2.765) liehen reale Medien aus und 9,5% mehr eMedien (961). Obwohl die eMedien nur 5,6% am Gesamtangebot ausmachen, beträgt ihr Anteil an den Gesamtentleihungen mittlerweile 13%. Ganz neu war in diesem Rah­men das Zusatzangebot eLearning, mit dem die Stadtbücherei im September ein­stieg.

Neues digitales Zusatzangebot
Obwohl gerade in Zeiten der Digitalisierung Bibliotheken den ungehinderten Zugang zu Wissen ermöglichen und als nicht- kommerzielle, qualitätsorientierte und niederschwellige Einrichtung die Bürger mit digitalen Entwicklungen vertraut machen sollen, fehlen in der Stadtbücherei Überlingen aus finanziellen Gründen gefragte digitale Medien wie aktuelle Computerspiele oder Tiptois für Kleinkinder gänzlich. Spenden haben es indessen ermöglicht, wenigstens ein relativ neues und attraktives digitales Medium für Kinder anzubieten: Tonies, eine neue spielerische Form von Hörspielen, deren Präsentation in der Stadtbücherei noch verbessert wird.

Bibliothek als Lernort
Wie bereits im Jahresbericht für 2017 angespro­chen, muss die Aufenthaltsqualität und damit die Attraktivität dringend verbessert werden. Zu­nehmend wird die Stadtbücherei als Lernort ge­nutzt. Es gibt zwar genügend Tische und Stühle und inzwischen auch genügend Steckdosen und separat einschaltbare Tischlampen, jedoch lediglich einen Gruppenarbeitsplatz, obwohl der Bedarf, s. auch die Besucherbefragung 2017, größer ist.

Inzwischen leere Regale in einer Raumecke bie­ten an, dort stattdessen einen ruhigen Lesebe­reich zu schaffen, was den Kundenwünschen sehr entgegenkäme.

Leseförderung
Während sich die Anzahl der Kindergarten- und Klassenführungen (9) auf Vorjahresniveau hielten, wurden an sonstigen Veranstaltungen doppelt so viele für Kinder angeboten (30):
Bilderbuchkinos, Bücherverleih und Bastelnachmittage im Westbad in Eigenregie,

fünf Themenlesungen durch Lesezeichen, drei in Kooperation mit dem Jugendreferat, dem NABU und dem Burgbergkindergarten und, trotz der angespannten finanziellen Situation, mit dem Puppentheater „Die kleine Hexe“ und der Einladung der Kinderbuchautorin Suza Kolb wieder zwei honorarpflichtige Veranstaltungen.





Außergewöhnliches im Abendprogramm
Insgesamt 15 mal lud die Stadtbücherei zu einer Abendveranstaltung sowie einer Matinée ein: Vorträge, Lesungen, Autorenporträts, Musiklesungen und literarische Kleinkunst.

Zwei Veranstaltungen stachen durch ihre Originalität besonders hervor: Monty Python's Ritter der Kokosnuss mit dem Figurentheater Fisemadände und mit der Berliner Performancekünstlerin Bridge Markland.

Absoluter Besucherrekordhalter war wieder Matthias Zimmermann, nicht nur im Rahmen der eintrittsfreien Veranstaltung anlässlich der Langen Nacht der Bücher (mehr als 200 ZuschauerInnen), sondern auch bei seinen eintrittspflichtigen Auftritten (112).

Mit durchschnittlich 74 Besuchern waren die Erwachsenenveranstaltungen wieder gut besucht. Der erstmalige Versuch, die „Bücherlese“ mit den beiden swr-Moderatoren Christel Freitag und Dr. Wolfgang Niess auf den späten Sonntagvormittag zu legen, stieß auf viel positive Resonanz und wird so weitergeführt werden.

Ausblick und Ziele für 2019
Der bereits 2017 in die Wege geleitete Kooperationsvertrag mit der Wiestorschule kam dieses Jahr, am 1. April, offiziell in trockene Tücher. Während bislang Klassen­führungen für die Wiestorschule noch unregelmäßig und selten stattfanden, war jedoch bereits der dreimalige Unterrichtsbesuch einer dritten Klasse in der Stadtbüche­rei Anfang 2018 ein sichtbarer Erfolg der Kooperationsarbeit. Ähnliches wird mit weiteren Schulen und Kindergärten angestrebt.

Nachdem im vergangenen Jahr aus personellen Gründen nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, an der Leseförderungsaktion „Heiß auf Lesen“ teilgenommen werden konnte, laufen für dieses Jahr bereits die Vorbereitungen für die Sommerferienaktion. Da diese mit einer Veranstaltung endet, bei der die „Heiß-auf-Lesen“-Teilnehmer Preise erhalten sollen, wird intensiv nach Sponsoren gesucht.

Die Stadtbücherei bedankt sich bei all ihren Unterstützern, vor allem bei den Lesepaten von Lesezeichen e.V. für ihren kontinuierlichen ehrenamtlichen Einsatz und ihre finanzielle Unterstützung und 7 privaten Spendern.
 
April 2019
Bärbel Frei, Leitung Stadtbücherei