Energetische Konzeptstudie

Erstellung eines integrierten Quartierskonzepts für die Überlinger Altstadt

Übersicht Lageplan des Altstadtquartiers (Quelle: Stadt Überlingen 2021)

Die Altstadt bildet das Herzstück der Stadt Überlingen. In den Gebäuden spiegelt sich das Erbe aus verschiedenen Jahrhunderten und belegt damit die Geschichtsträchtigkeit der Stadt Überlingen. Um den Charakter des Stadtbildes auch zukünftig zu sichern, steht ein großer Teil der Altstadt daher unter Denkmalschutz.
Gleichzeitig bringt das Leben Veränderungen und fordert Anpassungsstrategien: Unter Gesichtspunkten des Klimawandels sind Maßnahmen zur erfolgreichen Energiewende unumgänglich. In der Altstadt gibt es, durch ihr langes Bestehen, hohes Potenzial sich der Energiewende anzuschließen und damit den lokalen Treibhausgasausstoß zu reduzieren.
Doch wie sehen diese Potenziale konkret aus? Was können und wollen wir genau erreichen? Und wie sieht dabei der Beitrag zu einer regionalen Wertschöpfung aus?
Um dies zu beantworten, hat der Gemeinderat das Stadtwerk am See dazu beauftragt eine energetische Konzeptstudie für das Altstadtquartier zu erstellen (Gemeinderatsbeschluss vom 21.10.2020). Das Konzept soll im Dezember 2021 in Form eines Berichts fertiggestellt und abschließend im Gemeinderat vorgestellt werden.
Das Projekt wird durch die KfW, im Rahmen des Programms „Energetische Stadtsanierung – Zuschüsse für integrierte Quartierskonzepte und Sanierungsmanager“, aus Mitteln des Energie- und Klimafonds gefördert.
Ziel der Konzeptstudie ist es Potenziale ausfindig zu machen, um eine klima- und sozialverträgliche Energieversorgung zu ermöglichen. Hinsichtlich der Wärmeversorgung, werden neben der Effizienzsteigerung durch energetischer Gebäudesanierung, beispielsweise die Ausweitung der Nutzung erneuerbarer Energien thematisiert. Dabei ist der Aufbau eines Nahwärmenetzes, ggf. unter Einbeziehung von Abwasser als Energiequelle, als eine Möglichkeit zu nennen. Auch in Hinblick auf die Stromversorgung wird die Nutzung erneuerbarer Energien behandelt. Zudem wird das Thema nachhaltige Mobilität untersucht: Hierzu wird das aktuelle Mobilitätsverhalten und Interesse an neuen Mobilitätskonzepten der Bewohnerstruktur betrachtet. Mögliche Maßnahmen könnten hier der Ausbau der (privaten) Elektrolade-Infrastruktur – für E-Auto und E-Bike – ebenso wie Carsharing-Angebote sein.
Für eine anschließend erfolgreiche Umsetzung, soll das Konzept von Beginn an möglichst praxisnah entlang der Bedürfnisse im Altstadtquartier entwickelt werden. So werden Bewohner*innen und Eigentümer*innen der Gebäude im Altstadtgebiet durch eine entsprechend ausgelegte Befragung unmittelbar miteinbezogen. Ziel dieser Befragung ist es aktuelle Gegebenheiten zu erfassen, sodass das Konzept passgenau an den Bedürfnissen vor Ort entwickeln werden kann.
Um den Dialog zu fördern, wird zudem ein Arbeitskreis eingerichtet. Zu den Teilnehmern gehören Vertreter der Verwaltung, lokalen Politik und Initiativen sowie im Altstadtgebiet ansässige Wirtschaftstreibende. Gemeinsam sollen ökologische, ökonomische, technische und soziale Zielsetzungen für ein zukunftsweisendes Energie- und Mobilitätskonzept mit dezentralem Ansatz entwickelt werden. Ein solches Konzept trägt zur Erhaltung der Attraktivität Überlingens als Wirtschafts- und Wohnstandort ebenso bei, wie zur Schaffung regionaler Wertschöpfungsketten.          
Letzteres beispielsweise durch die Beschäftigung regionaler Handwerksunternehmen sowie die Nutzung regionaler Energiepotenziale.       
Somit soll sich Überlingen nachhaltig und zeitgemäß bei hoher Lebensqualität entwickeln.

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