Wanderausstellung AN(GE)KOMMEN

Geschichten und Gesichter der Migration

Die vom Sachgebiet Integration organisierte Veranstaltungsreihe „An(ge)kommen“ in der Kreuzkirche brachte auf vielfältige Weise Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammen.

Werkstattkonzert
Mit einem Werkstattkonzert ging die Veranstaltungsreihe zu Ende

„Singend auf neuen Wegen – ein Werkstattkonzert“ war der letzte Programmpunkt der Veranstaltungsreihe „An(ge)kommen“ überschrieben. Elke Dachauer, Leiterin des Sachgebiets Integration, kündigte in ihrer Begrüßung Chorleiter Ingvo Clauder als jemand an, der die Musik von der Fußsohle bis in die Haarspitzen lebe. Damit hatte sie nicht zu viel versprochen. Der Musiker und Komponist leitet seit Sommer einen Chor im Café International. Wie beim Abend in der Kreuzkirche kann dort jeder mitsingen, Herkunft und Sprache spielen keine Rolle. Den Spaß am Singen vermittelt Clauder mit seiner ansteckenden Energie und einer virtuosen Klavier- und Rhythmusbegleitung.

Während die Besucher sich noch warm summten, mussten immer mehr Stühle aufgestellt werden. Ungefähr 90 Menschen sangen schließlich begeistert mit, versuchten sich an einem Kanon und ließen sich auf afrikanische Texte ein. Dazwischen brachten Sängerin Shahnaz Gallo und Saz-Spieler Jihad Youssef zwei kurdische Lieder zu Gehör. Am Schluss gab es begeisterten Applaus von einer gut gelaunten, bunten Chorgemeinde für Ingvo Clauder und sich selber.

Anschlussunterkunft Schättlisberg

Konzipiert war die Veranstaltungsreihe als begleitende Aktion zum Einzug von geflüchteten Menschen in den neuen Anschlussunterkünften auf dem Schättlisberg. Da sich die Fertigstellung verzögert, wurde aus den drei Abenden eine Vorbereitung auf die neuen Nachbarn. Nach aktuellem Stand werden 41 Menschen dort einziehen. Sie stammen zur Hälfte aus Nigeria, die anderen kommen aus Afghanistan, Syrien und Pakistan. Es handelt sich um Familien sowie alleinstehende Männer, die zum größten Teil bereits einer Arbeit nachgehen.

In dem Gebäude wird eine Integrationsmanagerin der Diakonie ihr Büro haben und als Ansprechpartnerin für die Bewohner und Nachbarn zu Verfügung stehen.

Erzählcafé

Erzählcafé-Veranstaltungsteam
Erzählcafé-Veranstaltungsteam zur Eröffnung der Ausstellung

Wie vielfältig das Thema Flucht ist, demonstrierte die Auftaktveranstaltung Ende Oktober. Anfangs rief ein Kurzfilm in Erinnerung, wie im und nach dem Zweiten Weltkrieg Millionen Deutsche zu Flüchtlingen wurden. Als „Lebende Bücher“ erzählten danach Menschen aus Afrika, Syrien und Sri Lanka an Stationen ihre persönlichen Geschichten. „Die menschliche Begegnung ist wichtig, damit man sich in die Rolle des anderen versetzen und die Dinge mit seinen Augen sehen kann“, betont Elke Dachauer die Intention des Abends.

Märchen aus dem Orient

Orientalischer Märchenabend
Orientalischer Märchenabend mit kurdischer Musik

Beim zweiten Termin Anfang November hörten die großen und kleinen Besucher „Märchen aus dem Orient“, die sich als bekannte Geschichten aus der Sammlung der Gebrüder Grimm entpuppten. Eine Kurdin und eine Afghanin trugen „Der Wolf und die sieben Geißlein“ sowie „Rotkäppchen“ auf ihrer Muttersprache vor. Danach gab es die deutsche Version. Die Reaktionen des Publikums bewiesen, dass es teilweise keiner Übersetzung bedurfte, um dank der lebhaften Vorträge, den Gesten und Stimmlagen nachzuvollziehen, worum es in dem Märchen gerade ging.

Auch dieser Abend wurde durch musikalische Einlagen von einem kurdischen Oud-Spieler begleitet.

Wanderausstellung

Die Veranstaltungsreihe „An(ge)kommen“ wurde von der gleichnamigen Wanderausstellung des Forums der Kulturen aus Stuttgart begleitet. Auf großen Plakaten waren die Gesichter deutscher und internationaler Migranten abgebildet und deren persönliche Geschichten zu lesen. Auch hierfür war die Kreuzkirche der Gastgeber. Elke Dachauer bedankte sich am letzten Abend herzlich bei der Gemeinde und den vielen Helfern und Unterstützern.

Veranstaltungsflyer (3,625 MB)