Die Veranstaltung wurde fachlich begleitet von Michael Brantner, Abteilung Grünflächen, Umwelt und Forst der Stadt Überlingen. Die praktischen Vorführungen zur naturnahen und insektenschonenden Wiesenpflege führten der freischaffende Biologe Wilfried Löderbusch und der Landschaftspfleger Marco Lesner durch. Als Gäste nahmen außerdem Frau Dr. Irene Alpes und Hartmut Walter vom NABU an der Veranstaltung teil.
Im Mittelpunkt standen verschiedene Methoden der Wiesenpflege. Interessant war die Gegenüberstellung von konventionellen und insektenschonenden Mähtechniken. Gezeigt wurden ein Mulchgerät und ein Doppelmessermähwerk für größere Flächen sowie die Handsense und der Rasenmäher für kleinere Bereiche. Darüber hinaus konnten die Teilnehmenden unterschiedliche Heurechen – darunter Drahtbügel- und Zinkenrechen – ausprobieren und das Pressen von Heu mit einer Handheuballenpresse beobachten.
Besonders hervorgehoben wurde die insektenschonende Mähtechnik, die als die derzeit beste Variante der Wiesenpflege für artenreiche Flächen vorgestellt wurde. Im Gegensatz zu Mulchgeräten werden dabei die Pflanzen sauber geschnitten und nicht zerschlagen. Dadurch können zahlreiche Insekten wie Heuschrecken, Käfer, Wanzen und Schmetterlinge deutlich besser ausweichen und überleben. Auch bereits abgelegte Eier werden nicht zerschlagen, was bei den Mulchgeräten als Kollateralschaden noch hinzukommt. Zudem bleibt das Mähgut als Heu erhalten und kann nach dem Trocknen abgeräumt werden, wodurch der Boden nährstoffärmer bleibt – eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung blütenreicher Magerwiesen.
Ebenso beeindruckte die Vielfalt der Wiesenpflanzen mit Arten wie Kartäusernelke, Wilder Möhre und Wegwarte, die wichtige Nahrungsquellen für zahlreiche Insekten darstellen.
Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, die verschiedenen Pflegegeräte aus nächster Nähe kennenzulernen, Fragen zu stellen und sich über eine biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung von Wiesen auszutauschen. Der praktische Einblick machte deutlich, wie naturnahe Pflege dazu beitragen kann, wertvolle Lebensräume dauerhaft zu erhalten.
Die Stadt Überlingen zieht ein positives Fazit der Veranstaltung. Der Eglisbohl habe eindrucksvoll gezeigt, wie sich fachgerechte Wiesenpflege und Insektenschutz sinnvoll verbinden lassen, um die Artenvielfalt in Überlingen nachhaltig zu fördern.