Den Preis nahmen in Berlin Tina Walther und Michael Brantner von der Abteilung Grünflächen, Umwelt und Forst der Stadt Überlingen entgegen. Mit dem Projekt verfolgt die Stadt das Ziel, auf ausgewählten Flächen im Stadtgebiet neue Lebens- und Rückzugsräume für Insekten zu schaffen und damit die biologische Vielfalt zu fördern. Im Frühjahr 2026 wurden dafür zwei städtische Flächen ökologisch aufgewertet.
Am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) wurde eine bislang geschotterte Fläche zwischen Busbahnhof und Parkplatz neu gestaltet. Das vorhandene Schottergemisch wurde mit Pflanzenkohle angereichert, um geeignete Wachstumsbedingungen für insektenfreundliche Pflanzen zu schaffen. Anschließend wurden verschiedene Wildblumenmischungen eingesät und heimische, standortgerechte Stauden und Gräser gepflanzt.
Die unterschiedlichen Pflanzen sorgen für vielfältige Blühaspekte über die gesamte Vegetationsperiode und bieten Insekten ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot. Ergänzend wurden Stämme als biodiversitätsfördernde Elemente in die Fläche integriert, die zusätzlichen Lebensraum für Insekten schaffen.
Auch eine Grünfläche im Barbelgängle wurde im Rahmen des Projekts neu gestaltet. Die Fläche bestand zuvor überwiegend aus einem artenarmen Scherrasen und wurde teilweise befahren. Durch eine Neumodellierung und die Verwendung von magerem Material in Verbindung mit Kompost wurden neue Voraussetzungen für eine artenreichere Vegetation geschaffen.
Eine besondere Ergänzung ist der sogenannte Käferkeller. Dabei handelt es sich um eine Mulde, die mit Ästen, Holzhäckseln, Stämmlingen und Laub gefüllt wird. Auf diese Weise entsteht ein Lebensraum für Käferarten und andere Organismen, die auf Totholz angewiesen sind.
Mit dem Projekt „Vielfaltsräume für Überlingen“ soll langfristig ein Mosaik aus kleineren und größeren ökologisch wertvollen Flächen im gesamten Stadtgebiet entstehen. Diese artenreichen Vegetationsinseln können Insekten Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten bieten und zugleich als ökologische Trittsteine im Freiraum- und Biotopverbund dienen.
Dafür setzt die Stadt unter anderem auf eine gezielte Abmagerung von Böden, mehrjährige Wildblumenmischungen, gebietsheimische Stauden mit nektar- und pollenspendenden Blüten, Totholzelemente sowie eine extensivere Pflege der Flächen.
Der 2. Platz beim bundesweiten Pflanzwettbewerb „Deutschland summt!“ würdigt damit nicht nur die konkrete Gestaltung der beiden Flächen, sondern auch den Ansatz, Biodiversitätsförderung Schritt für Schritt in das Stadtbild zu integrieren.
Umgesetzt wurde das Projekt von der Abteilung Grünflächen, Umwelt und Forst, der Stadtgärtnerei Überlingen und den Stadtverschönerern Überlingen.