06.06.2023

Neue Biodiversitätsflächen auf dem städtischen Friedhof sowie Rosenobelgarten

Ob Ruhe- und Erholungsareale, Kultur- oder Kunstdarbietungen, Artenschutz- und Biodiversitätsrefugien, die neuen Ansätze für Friedhöfe sind vielfältig. Sie bereichern nicht nur die traditionelle Friedhofslandschaft, sondern entwickeln sich zu einem neuen Bestandteil urbaner Grün- und Freiräume.

Unser städtischer Friedhof ist ein Ort der Ruhe und gleichzeitig auch eine lebendige grüne Oase. Hier finden Besucher die notwendige Stille zur Besinnung und für die Trauer um Verstorbene. Gleichzeitig bietet unser Friedhof bei entsprechender naturnaher Gestaltung wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen. In unserer Stadt sowie in unseren Dörfern können die Freiflächen vor allem in Verbindung mit alten Baumbeständen und Mauern wichtige Rückzugsräume für viele Arten sein. Damit können Friedhöfe einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten.

Für neue Biodiversitätsflächen pflanzten unsere Stadtverschönerer Überlingen und Michael Brantner der Abteilung Grünflächen, Umwelt und Forst der Stadt Überlingen auf einer Fläche vor der Aussegnungshalle des städtischen Friedhofs typische heimische Wiesenkräuter bzw. Initialstauden wie Wiesenflockenblume, Knautie, Wiesensalbei, Wiesenmargerite und Wiesenstorchschnabel.

Eine weitere Fläche, Straßenbegleitgrün im Baugebiet Turmgartenweg nahe dem städtischen Friedhof, wurde ebenso ökologisch mit rund 150 gleichnamigen Wildstauden aufgewertet.

Tipp:

„Initialpflanzungen mit heimischen Pflanzen können helfen, die Vegetationsentwicklung zu beschleunigen und spezielle Arten zu fördern. Die zu fördernde Art erhält einen Vorsprung im Konkurrenzkampf mit anderen aufkommenden Arten. Hierfür entfernt man im gewünschten Bereich die vorhandene Vegetation und setzt die entsprechenden Stauden ein. Von hier aus können sich die Wildblumen durch Selbstaussaat oder mit Hilfe von Ausläufern ausbreiten.“

So fördern und bieten wir auf unserem städtischen Friedhof selten zu sehenden Tieren eine neue Heimat und verschaffen so manchem Besucher ein unvergessliches Naturerlebnis.

Dieses konnten die Stadtverschönerer Überlingen unter aufmerksamem Hinweis des städtischen Kollegen Michael Brantner, der auch Ornithologe ist, beim Pflanzen direkt wahrnehmen. Denn derzeit hört man einen bei uns seltenen Singvogel namens Pirol (Oriolus oriolus) auf dem städtischen Friedhof. Die Männchen sind leuchtend gelb gefärbt, wohingegen die Weibchen eher unscheinbar sind. Die Art ist ein waldbewohnender Brutvogel im Norden und Westen Eurasiens, der im südlichen Afrika überwintert. Der klangvoll flötende Gesang wird u.a. sprachlich hilfsweise mit der Umschreibung „dü-delüü-lio“ oder aber „büloo-büloo“ wiedergegeben.

Abgerundet wurde die Pflanzaktion mit einer intensiven Müll- und Kippensammelrunde von der Lippertsreuterstraße über das Schulzentrum, der Hochbildstraße, der Zimmerwiese, dem ZOB sowie der Grabenanlage. So wurde einmal wieder allein nur durch Kippenstummel ein 8 Liter Eimer von mühevoller Handarbeit der Stadtverschönerer randvoll gefüllt.

In einer weiteren Aktion wird auch die Wiesenfläche vor dem Rosenobelturm im Rosenobelgarten ebenso mit Initialstauden durch die Stadtverschönerer Überlingen aufgewertet, die sich u.a. für die biologische Vielfalt engagieren wollen.

Stadt Überlingen, Abteilung Günflächen, Umwelt, Forst

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